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Rudelverhalten Rivalität unter Hunden

Katharina von der Leyen 14.04.2010

Wer mit mehreren Hunden zusammenlebt, hat wahrscheinlich schon erlebt, dass es unter den Vierbeinern zu einer Art „Eifersucht“ kommen kann. Katharina von der Leyen erklärt, wie man mit Thronkämpfen in Hunderudeln umgeht.

Hunde, die in einem Rudel leben, streiten sich um Knochen, Futternäpfe, Schlafplätze oder Ihre Aufmerksamkeit. Besonders dominante Rassen wie beispielsweise Dobermänner, Lhasa-Apsos oder Weimaraner zeigen häufig mehr Rivalität. Auch Geschwister aus dem gleichen Wurf können in einem Haushalt extrem problematisch werden.

Rivalität unter Hunden
Rivalität im Rudel: Wenn sich der Mensch in die Rangordnung der Hunde einmischt, können Thronkämpfe die Folge sein © Jen Grantham /Stocksy

Rivalität unter Hunden tritt normalerweise deshalb auf, weil der Mensch sich unklar verhält und das Verhältnis der Hunde untereinander stört. Unter ihnen gibt es nämlich weder Demokratie noch Gleichberechtigung. Dafür gibt es immer einen Anführer- und einen untergeordneten Hund. Der Mensch muss die Rangordnung seiner Hunde anerkennen – auch wenn ihm das vielleicht nicht passt.

Wichtig ist auch, dass wir verstehen: Es gibt unter Hunden keine Eifersucht im menschlichen Sinne, genauso wenig, wie es bei Hunden verletzte Gefühle gibt. Menschliche Eifersucht ist eine sehr komplexe Gefühlsregung, zu der eine Menge Grübelei und widersprüchliche Gedanken gehören. Hunde haben diese Fähigkeiten nicht. Bei dem, was wir bei Hunden als Eifersucht bezeichnen, geht es in Wirklichkeit um Konkurrenz oder das Klarmachen der Rangordnung. Wenn Sie das verinnerlicht haben, ist das größte Problem bereits gelöst.

Wie Hunde ticken

Sagen wir, Sie haben zwei Hunde, Fido und Sam, wobei Sam der dominantere ist. Sie streicheln gerade Fido, als Sam dazukommt, mit aufgestellten Ohren und wedelndem Schwanz – und offenbar auch gestreichelt werden möchte. Das wäre Konkurrenz. Sie haben zwei Hände, also können Sie beide gleichzeitig streicheln. Das Klarmachen der Rangordnung sieht anders aus: Sie streicheln gerade Fido, da kommt Sam anspaziert und sieht gar nicht entspannt aus: Brust raus, Ohren aufgestellt, und die Rute bewegt sich, wenn überhaupt, nur sehr langsam. Er versucht, sich zwischen Sie und Fido zu drängen. Damit will er sagen, dass es ihm nicht passt, dass Fido so nahe bei Ihnen sitzt. Fido wird versuchen, sich möglichst schnell höflich zu entfernen. Lassen Sie ihn gehen. Denn er weiß, was er tut. Er ist deshalb nicht bedauernswert, Rudel funktionieren eben so.

Was Einmischen auslöst

Die meisten Menschen mischen sich an diesem Punkt aber ein und sagen: „Fido, Schätzchen, bleib‘ bei mir!“ und zu Sam sagen Sie: „Was fällt dir ein, Sam, ich habe Fido zuerst gestreichelt!“ Mit Ihrem Tonfall haben Sie gerade Fido gelobt und Sam geschimpft – und seine Position als dominanten Hund angegriffen. Der arme Fido wird für dieses Fehlverhalten später von Sam bestraft werden, und das weiß er auch schon. Sie bringen also durch dieses Verhalten beide Hunde in Konflikt, Sie haben den einen in seiner natürlichen Rolle geschwächt, den anderen dadurch aber nicht stärker gemacht, sondern in die Defensive gebracht.

Wenn Sam und Fido in Streit geraten, neigt der Mensch dazu, sich sofort Fido, dem „schwächeren“ Hund zuzuwenden. Also dem, der Beschwichtigungsverhalten zeigt. „Oje, Fido, hat Sam dir weh getan?“ sagt der Mensch in tröstendem, liebevollen Tonfall. „Was fällt dir ein, Sam?“ pfeift er den anderen Hund dagegen an. Schon wieder wird Sams Position als dominanter Hund schwer angegriffen. Beide Hunde glauben jetzt, der Mensch möchte, dass Fido die dominante Position übernimmt, und denken sich: „Verdammt, jetzt müssen wir uns schon wieder hauen!“, weil sie ja die Rangordnung so herstellen müssen, wie der Mensch sich in seiner Nähe wünscht. Dabei verstehen sich die beiden Hunde wahrscheinlich bestens, wenn keiner da ist.

Wenn Krawalle entstehen

Wenn diese Art der Auseinandersetzungs-Kämpfe erst angefangen hat, wird es gefährlich, weil das kleinste Missverständnis als Provokation bewertet wird: Die Türklingel schellt, beide Hunde rennen zur Tür – ein Kampf kann entstehen (wer ist der Erste?). Sie bellen im Garten gemeinsam irgendwas an – ein Kampf kann entstehen (wer bellt furchterregender?). Sie kommen ins Zimmer – ein Kampf kann entstehen (wen sieht der Mensch zuerst an?). Solche Reiz-Kämpfe haben nichts mehr mit Show-Kämpfen zu tun – die gewöhnlich nach drei Minuten vorbei sind und nur furchtbar klingen – und es gibt keine Rudel-Etikette mehr: Hier geht es jetzt wirklich darum, einander weh zu tun. In einem funktionierenden Rudel passiert derlei nicht: Auch unsere domestizierten Hunde, die wir gewöhnlich für unser besseres Selbst halten, sind Rudeltiere, die sich an strenge Rudel-Etikette halten: Innerhalb eines Rudels verletzt oder tötet man einander nicht, weil alle Rudelmitglieder fürs Überleben (die Jagd) gebraucht werden. Wenn jemand verletzt oder getötet wird, wird das Rudel dadurch geschwächt.

Hierarchien akzeptieren

Halter sollten die Rangordnung Ihrer Hunde akzeptieren. Sie können nicht entscheiden, welcher Hund der dominantere ist. Bleiben Sie objektiv, auch wenn das manchmal schwer ist: Sie haben vielleicht einen Hund lieber, oder er ist der Ältere, oder es passt Ihnen nicht, dass ihr Mops dominanter ist als Ihr Dobermann: Was auch immer die Umstände sind – es liegt nicht in Ihrer Hand, welcher Hund der Anführer ist. Achten Sie darauf, welcher Hund zuerst durch die Tür geht, wenn Sie nach draußen gehen, wer geht gewöhnlich ein, zwei Schritte voraus, wenn sie zusammen durch den Garten oder durch die Wohnung gehen? Wenn ein Hund vor dem anderen stehen bleibt, sieht einer der beiden ein bisschen zur Seite und guckt woanders hin (das ist meistens der untergeordnete Hund)?

Dominanz mit kleinen Gesten unterstreichen

Wenn Sie sich sicher sind, welcher Hund der Anführer ist, zeigen Sie, dass Sie seine Position anerkennen, ohne eine große Nummer daraus zu machen: Stellen Sie immer zuerst sein Futter auf den Boden, dann erst das des anderen Hundes. Geben Sie zuerst ihm den Gutenacht-Keks oder den Kauknochen. Begrüßen Sie den Anführerhund zuerst. Leinen Sie ihn als ersten an, wenn Sie nach draußen gehen. Wenn Sie Sam „bevorrechtigt“ behandeln, zeigen Sie, dass Sie seinen Rang akzeptieren, und er muss dem anderen nicht dauernd seine Position beweisen. Ganz selten gibt es Hunde, die echte Tyrannen sind oder wirklich schlechte gesellschaftliche Umgangsformen haben. Noch seltener gibt es Hunde, die sich jederzeit mit jedem anderen Hund ohne besonderen Grund prügeln. Solche Hunde sind meist ganz unproblematisch, wenn sie bei jemandem als Einzelhund leben dürfen.

33 Kommentare

Tamara Blickling

2018.12.10 um 13:03 Uhr

Hallo.
Ich habe folgendes Problem:Ich habe drei hunde.zwei kastrierte mädels(windspiel-bordercollie-mix und bardino) beide zwei Jahre alt und einen kastrierten bordequero-rüden, sechs Jahre alt. Alle drei aus dem ausland. Italien, Spanien und Rumänien. Der Rüde ist total unkompliziert. Die Mädels gehen seit neuestem immer wieder mal aufeinander los. Die eine ist schon ein Jahr länger bei mir. Die bardinodame fixiert immer wieder die andere und wartet nur auf eine falsche Bewegung von ihr um loszugehen. Die andere schaut weg und geht ihr aus dem Weg...ich möchte natürlich dass sich alle drei wohl und sicher fühlen...was kann ich machen?

DOGS Magazin

2018.12.10 um 20:10 Uhr

Liebe Tamara,

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Katharina

2018.10.04 um 05:46 Uhr

Hallo ihr Lieben,wir haben im Moment vier Hunde auf dem Hof drei Mädels und einen Rüden. Die Mädels sind Schäferhunde der Rüde ist ein kleiner Jorky. Es gibt seid einer Hündin verstorben ist einige Machtkämpfe unter zwei der Schäferhunde. Der verstorbene Hund war die leithündin und somit wird jetzt ausgekämpft Wer der nächste ist und das ist alles andere als lustig. Wie kann ich als Halterin denn das ausfechten unterbinden und wie sieht man Wer nun hier die leithündin ist?

DOGS Magazin

2018.10.04 um 12:47 Uhr

Liebe Katharina,

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Mara

2018.10.04 um 00:56 Uhr

Hy erst mal bin ich unglaublich Glücklich das ich so ein Forum gefunden habe ich schreibe einfach mal drauf los und hoffe jemand kann uns helfen :(

Ich habe 4 Hunde 10 .7 .2 und knapp 1 Jahr alt alle kastriert ausser der jüngste die 7 jährige ist die einzige Hündin. Nun fing es vor einigen Monaten an das der 19 jährige sich mit dem 2 jährigen beisst sie geh'n plötzlich aufeinander los wenn ein Reiz wie Klingel , Besuch , Unruhe oder Hektik auftritt die Kämpfe sind so schlimm ich kann die Hunde kaum trennen da sie sich verbeissen und die anderen beiden kommen dann dazu und Bellen .. es ist auch unterschiedlich wer auf wen zuerst los geht es sind meistenss nur blicke und es eskaliert, es ist einfach nur noch schlimm ich bin mir sicher das das ein Rang Problem ist und der 10 jährige auch echt sturr und hinterlistig ist nun weiß ich nicht wie ich das Problem auf Dauer lösen kann Wie verstehen sie das beissen keine Option ist wie finde ich heraus wer gemaßregelt und wer bestärkt werden soll wie finden Sie wieder zu einander umso öfter er passiert desto heftiger wird es und es ist für alle stressig . Ich freue mich über jeden Tipp vieln vielen lieben dank fürs lesen Danke

DOGS Magazin

2018.10.04 um 12:46 Uhr

Liebe Mara,

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Michaela Schöler

2018.09.19 um 22:50 Uhr

Ich hab eine Frage die mich leider viel beschäftigt! Ich hab fünf Hunde also ein rudel und gehe jeden morgen mit Freundinnen und deren Hunde spazieren. Eine davon hat einen bullterrier von Ca einem Jahr. Ich hab einen flatet coatet retriever mischling der kastriert ist. Der bullterrier ist unkastriert und hat meinen sehr lange belästigt und versucht ihn zu besteigen. Mittlerweile ist die Situation so dass mein hund wohl so genervt von ihm ist dass er sofort auf ihn los geht wenn er ihn so geht und auch nach ihm schnappt wenn er zu nahe ist. Es ist bisher noch nix schlimmes passiert aber ich mache mir Sorgen zumal ich halt Angst davor hab wenn der bullterrrier mal zubeißen könnte. Kann es sein dass mein hund genervt von ihm ist oder es damit zu tun hat dass mein Rüde kastriert ist und der bulli nicht?

DOGS Magazin

2018.09.20 um 12:01 Uhr

Liebe Michaela, beides ist möglich, das kann man aus der Ferne nicht beurteilen. Wenn der Bullterrier Ihren Hund besteigen will, sollte die Halterin ihn davon abhalten - dafür sind ja die Menschen da, dass sie auch eingreifen. ;-) Natürlich ist Ihr Hund genervt, wenn der Rüde ihn besteigen will.
Da hilft nur anleinen und trennen.

Viele Grüße vom DOGS Team

Ute

2018.04.18 um 08:10 Uhr

Hi. Also ich bin derselben Meinung wie Jona. Ich kann nur sagen, dass Hundeschulen zu 95% Humbug sind und sich ausser Cesar Milan wohl kaum einer wirklich mit Hunden auskennt. Die florierenden Hundeschulen in meiner Umgebung ziehen nur nichtsahnenden Hausfrauen das Geld aus der Tasche.

Mein Rudel, bestehend aus 16 Hunden, 4 Berner und der Rest klein, kommt super aus, bestehend aus Rüden, kastrierten Rüden, Hündinnen und kastrierten Hündinnen. Es macht allerdings einen Unterschied, in welcher Konstellation ich spazieren gehe. Nehme ich alle Zicken mit, habe ich mehr Anordnungen zu geben, als wenn ich mich auf die Gehorsameren zusammen konzentriere. Deshalb mische ich die auszuführenden Hunde immer mit einfachen und schwierigeren Persönlichkeiten.

Eine Hundeschule sieht mich höchstens noch vorbei marschieren. Was die mir jahrelang für Schwachsinn für mein Geld erzählt haben, das gehört bestraft.

DOGS Magazin

2018.04.18 um 11:34 Uhr

Liebe Ute, es ist schön, dass Sie Ihr Rudel so gut in der Hand haben.
Allerdings gibt es in der Tat sehr gute Hundeschulen, auch wenn Sie vielleicht nie eine gefunden haben, die Ihnen zusagte.
Für viele Halter ist es eine große und wichtige Hilfe, in einer guten Hundeschule mit ihren Hunden zu arbeiten. Eine pauschale Abwertung von Hundeschulen möchten wir deshalb hier nicht unwidersprochen stehen lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr DOGS Team

Susa

2018.06.12 um 16:09 Uhr

ganz genau! so läuft es bei mir auch.

Jackie

2018.07.08 um 22:40 Uhr

Wie bitte?? Cesar Milan??? Der kann mit SEINEN hunden, die er als rudelführer hat, umgehen; aber die regeln/massstäbe/empfehlungen die er den totalen vollidioten gibt, die sich an ihn in seinen sehr amerikanisch-promoteten sendungen zeigt, richten NACH seinen teilweise echt gewalttätigen- in ihrer unfähigkeit - viel mehr schaden an, als man auf den ersten blick vermutet.
Ein Martin Rütter ist mir - bei diesen unsicheren, und wie gesagt meist hundemässig gesehen unfähigen - menschen 1 mio mal lieber!!!!
Und zwar aus einem grund: er arbeitet NIE mit gewalt. Sondern mit KONSEQUENZ!!!!! Und darauf kommt es an.
ALLES ANDERE GEHT NACH HINTEN LOS. Aber um das zu checken, braucht man Intellekt.
Also, bitte: hundeidioten fahren besser mit Martin Rütter als mit cesar milan, der über die grenzen übergriffig wird.

Susann

2018.08.12 um 01:06 Uhr

Hallo, ich stimme ihrem Artikel ganz und gar zu. Lange habe ich mich mit dem Thema der Stellung des Hundes im Rudel befasst. Ich weiß auch welche Stellung meine beiden Hunde haben und bin deshalb auf ihre Antwort sehr gespannt. Leider und das meine ich wirklich so , habe ich 2 Chefs zu Hause. Sie tun sich nichts, was sicherlich aber auch am doch vorhandenen Größen und Gewichtsunterschied liegt, sie ignorieren sich bewusst eher. Clever, aber für mein Menschliches Bedürfnis nicht so schön. Niemals würde ich sie zb um einen Ball " spielen" lassen, denn dann laufe ich Gefahr das es zu einer Prügelei kommen würde. Aber natürlich versucht der junge Hund, dem alten den Rang abzulaufen. Welche Tipps geben sie denn bei solchen Konstelationen? Lg S.s.j.

Manuela

2018.08.19 um 11:17 Uhr

Hallo Ute,
das ist ja fantastisch .... 16 Hunde in "Eintracht". Ich habe 3 Briarde unkastriert und bekomme jetzt häufiger Besuch von einer kastrierten Mischlingshündin. Diese ist einen Umgang mit anderen Hunden nicht gewohnt. Nun haben wir einen Tag diese frei mit auf dem Hof laufen lassen, was sofort zu Stress gekommen ist. Mein dominanter Rüde und beide Hündinnen haben sie neugierig aber aus der Entfernung beäugt und sie hat sofort knurrend Abwehrhaltung eingenommen. Ein zufälliges Begegnen mit dem Rüden hat sofort zur Keilerei geführt, wobei die Gasthündin auch meine nicht beteiligten Hündinnen angriff. Ich wollte es jetzt wieder versuchen, habe aber Angst, dass es zu Beißereien kommt. Ist es sinnvoll, sie mit Fangschlaufen noch einmal zusammen zu führen? Vielen Dank für Deine Antwort als erfahrene Rudelführerin. Manuela

Christa

2017.07.05 um 19:09 Uhr

Ich habe in meinem kleinen Rudel aus drei Hunden nebst gelegentlich einem Pflegie und derzeit einem Gnadenhund festgestellt, dass ein Rudel in sich sehr wohl eine eigene Rangfolge herstellt, ganz unabhängig davon, dass ich als Rudelführer existiere, der im Alltag alles regelt und im Ernstfall ein Machtwort spricht. Meine Hunde haben ihre Aufgaben aufgeteilt, eine späht vorne nach Beute und potentielle Freunde/Feinde, eine sichert hinten und einer kontrolliert alle beide und mich in der MItte. Er schließt sich demjenigen an, der entweder zum Angriff bläst oder Beute anzeigt. Er ist quasi der Sandwichhund. ;-)

Ganz anders hingegen die Gnadenbrothündin, die eine geringe Individualdistanz hat und das ganze Rudel auf Abstand hält, indem sie mal kräftig um sich giftet. Sie wird von allen total respektiert, obwohl sie als letztes kam. Sie hat einfach die effektivste Art, Grenzen zu setzen, verfolgt dabei aber lediglich ihre ureigensten Interessen und nicht die des ganzen Rudels. Das ist ihr ziemlich schnuppe. Ich glaube, sie ist ein Hund, der keine Hunde braucht.

Und dann unser derzeitiger Pflegie. Drängelt sich überall vor, wer zuerst kommt, frisst zuerst, ist seine Devise. Er eckt an, weil er sich nicht an die von mir vorgegebenen Benimmregeln im Rudel hält. Und das Rudel fragt ich um Hilfe - los erzieh ihn mal, so geht das doch nicht, der macht mit uns, was er will... Und natürlich helfe ich dem Rudel, so wie sie es von mir als Rudelführer erwarten.

Ein Hunderudel legt eigene Regeln fest, das zeigen mir meine Hunde ganz deutlich. Sie brauchen diese Regeln im Miteinander des Tages, und vor allen Dingen, wenn ich mal nicht da bin. Jeder hat seine Aufgabe, die zu ihm passt.

Ein Problem habe ich jedoch. Meine selbsternannte Rudelführerin ist ein unsicherer Hund. Sie führt nicht, weil sie die Gabe dazu hat, sondern weil sie sich nur sicher fühlt, wenn sie die Fäden in der Hand hat. Das ist nicht immer einfach. Sie schreibt den anderen Hunden vor, was sie dürfen und was nicht, z.B. wenn es ums Spielen und Spielzeug geht. Da kann sie auch richtig fies und hinterhältig werden. Man muss sie kennen, und darauf achten, dass neue Hunde erst in ihre Spielregeln eingeweit werden, damit es nicht crasht. Das habe ich mit den Jahren gelernt und berücksichtige es im Alltag.

Ich glaube, jedes Rudel ist sehr individuell, so wie es auch alle Hunde sind. Hunde haben sehr verschiedene Anlagen und Charaktäre, ich glaube, viel mehr, als Wölfe. Von daher kann man das Verhalten meines Erachtens nicht eins zu eins vergleichen. Zudem haben Hunde immernoch den Menschen als Regulat und viele Hunde verlassen sich darauf.

Mona

2018.08.13 um 20:11 Uhr

Hallo Christa,

genau so sehe ich es: Jeder hat seine Stärken, die er ausleben darf, bis ich "Nein" sage.

Ich lebe in einer WG mit insgesamt 6 Hunden. 3 gehören meiner Mitbewohnerin, 2 mir und einer uns beiden, er hat also zwei Rudel sozusagen. Alles sind Hündinnen, abgesehen von dem gemeinsamen Hund.
Die jeweiligen Chefs haben uns toll in der Erziehung des gemeinsamen Hundes (Othello) unterstützt, während die beiden rangniedrigeren Hündinnen keinen Bock auf den Knirps hatten.
Die Chefs hatten einen grösseren Verhaltensspielraum mit dem Aufmüpfigen, bei den beiden anderen sind wir grundsätzlich früh eingeschritten.

Othello ist ein Hund geworden, der mit jeder Form der hündischen Kommunikation hervorragend umgeht, weil er durch unsere Damen viel kennen gelernt hat.

Othello wird im November 2 und es gab nicht ein einziges Mal Machtkämpfe, nicht mal im Ansatz. Er hat seine Position in beiden Rudeln inne, weil seine Fähigkeiten und Eignungen ihn an diesen Platz stellen.

Der Artikel sagt schon richtig, dass wir die Rangfolge unter den Hunden nicht beeinflussen können und es auch nicht versuchen sollten.
Dem Hund ist egal wer zuerst da war: Eignest du dich nicht als Chef, dann bist du nicht der Chef. So einfach ist das. ;) Und dabei ist es auch egal, ob es da um einen Zwei- oder Vierbeiner geht, das darf man dabei nicht vergessen. Denn auch wir Menschen sind ein Teil dieser Gemeinschaft. Als Rudelführer würde ich mich aber nicht bezeichnen, denn ich bin kein Hund. Und somit kann ich nie vollkommen Teil eines hündischen Rudels sein.

Und meistens wollen die rangniedrigen auch gar nicht mit aller Macht aufsteigen. Je höher der Rang, desto mehr Verantwortung muss ich tragen.

Meine hündische Chefin ist meine rechte Hand, sie darf aber auch Entscheidungen treffen, die ich vielleicht manchmal nicht verstehe. Sie hat bewiesen, dass sie meist richtig liegt, wenn sie was unter den Hunden regelt. ;)

Julia

2017.05.24 um 13:38 Uhr

Im Großen und Ganzen macht der Artikel Sinn, dennoch habe ich Zweifel. Wie kann es sein, dass der Hund, welcher ein unwahrscheinlich schlechtes Kurzzeitgedächtnis hat (Immer SOFORT loben oder schimpfen, sonst schnallt er das nicht mehr.), es sich merken kann, dass vor ein paar Minuten seine Dominanz in Frage gestellt worden ist, und den schwächeren verprügelt? Selbst wenn der Dominante Hund den Schwachen beim gestreichelt werden beobachtet, nachdem er weggeschickt worden ist, kann er sich doch garnicht mehr erinnern, dass es gerade weggeschickt worden ist? Habe ich da einen Denkfehler oder wiedersprechen sich die beiden Theorien absolut? Wäre nett, wenn mir da jemand weiterhelfen könnte.

MKG

2018.08.12 um 09:28 Uhr

Ein Hund ist doch kein Goldfisch..
Wären Hunde so wie sie es beschreiben, wäre eine Erziehung oder auch spezielle Ausbildung nicht möglich. Die Belohnung oder auch Bestrafung muss unmittelbar erfolgen wenn das gewpnschte/unerwünschte Verhalten auftritt, weil der Hund nicht weiß welches Verhalten gemeint war. Das ist schon richtig.
Wurde der Hund aber, wie in ihrem Beispiel, weggeschickt und das mit dem richtigen Moment verknüpft weil dieser markiert wurde.. dann weiß der Hund ganz genau warum er weggeschickt wurde

Plotinus von Alexandria

2017.02.26 um 19:14 Uhr

Guten Abend.
Ich las Ihren Artikel bis zum Schluß und kann Ihnen in allen Punkten zustimmen. Das soll aber nicht heißen, daß ich leichtgläubig alles hinnehme.
Viele scheint erst das Unglück zu erziehen, wenn überhaupt und ich spreche nicht vom tierischen Individuo, sondern vom Teufel der Erde: dem Menschen. Diese wollen selbst, daß sich die Natur denen in allen Belangen unterwirft. Ebendiese würden auch den Fluß auspeitschen lassen, wenn jemand darin ertrunken wäre.

"Wie bei den Weibern, welche um bloß zurückzukommen auf ihr erstes Wort, wenn man Vernunft gesprochen stundenlang?"

Schonmal einen Futternapf für zwei Hunde hingestellt?
Eine dumme Gans für zwei unterbelichtete Gehirnmuchten?

Wenn einer das Rudel schwächt, dann die "geistig" Schwachen und das mit Recht.

Eure Regeln sind nicht real existent, sondern erfunden und voller Fehler.
Körpersprache, sprich die Natursprache ist einzigartig und auch hier ist nur der Mensch das lügenhafte Wesen. Die Natur kann nicht anders, als immer Recht handeln, d.i. alles tritt streng notwendig ein und kann nie anders sein als es ist. Es ist illusorisch diese Wahrheit zu verkennen.
In diesem Sinne dem Denken aversierte Individui.
Mach die Augen zu, dann siehst du, was deins ist! Diese Affektiertheit, welche man nur bei präpubertären Mädchen findet: (........... !!!!!!!!!!!!!) Habt ihr das so in eurer Dummenschule gelernt?

Scarlett

2018.07.31 um 10:56 Uhr

Selten einen so wenig hilfreichen Kommentar gelesen!
Aus welcher Zeit kommst Du denn???

Evi

2018.06.06 um 14:34 Uhr

Wir leben mit 6 Hunden zusammen. Zwischen einem kastrierten Rüden und einem unkastrierten Rüden kommt es immer wieder zu Rivalitäten, die Kämpfe nehmen zu. Es geht nicht nur um meine Gunst, sondern auch um die Gunst eines anderen Hundes. Spielt der kastrierte Hund mit unserem Junghund, mischt sich der andere ein und versucht ihn zu vertreiben. Usw. Nach Ihrer Beschreibung hat bei uns der kastrierte Hund die höhere Position. Was tun wir, wenn die Situation schon sehr angespannt ist und ständig mit Kämpfen gerechnet werden muss?

DOGS Magazin

2018.06.06 um 14:38 Uhr

Liebe Evi,

unsere Autoren stehen für eine individuelle Beratung über die Kommentarfunktion leider nicht zur Verfügung.

Grundsätzlich würden wir in solchen Situationen empfehlen, dass sich ein guter Trainer vor Ort ein Bild von der Situation macht.

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Herzliche Grüße Ihre Redaktion DOGS

Ernst Vock

2017.04.17 um 08:49 Uhr

Ich verstehe nicht was die Leute für Probleme haben? Ich habe 30 Hunde in einem offenen freien Rudel. Es hat z.B. 2 grosse Futternäpfe die 24 Std. gefüllt sind. Da gibt es keine Probleme oder Streit. Die Hunde wohnen im Haus, konnen aber Tag und Nacht rein und raus wie sie wollen.
Lasst doch die Hunde einfach Hinde sein und gut ist es. Da braucht es keine weiteren selbsternannte Fachleute und Kommentare.

G.Stamnitz

2017.05.08 um 10:17 Uhr

Grüß Sie Herr Vock, Ihre Stellungnahme finde ich sehr spannend und interessant. Ich habe seit 6 Jahren einen Hannoverschen Schweißhund, seit 3 Jahren einen Bullmastiff - vor ca. 4 Monaten gingen die Kämpfe los. Sicherlich habe ich mich falsch verhalten, da wir eingegriffen haben. Jetzt sind die Hunde zur Zeit getrennt, da ich vor weiteren Verletzungen Angst habe. Jeder Tiertrainier erzählt mir etwas anderes, oftmals exakt das Gegenteil. Wieso kommen Ihre Hunde offenbar so gut miteinander zurecht?
Gruß G. Stamnitz

Ursula Spieker

2017.07.02 um 12:46 Uhr

Ich habe seit 1990 immer mindestens zwei Hunde. Es waren aber auch schon bis zu 8 Hunden, da ich schon mal Urlaubs- oder Pflegehunde aufnehme. Habe mir noch nie Gedanken über Rangordnung und ähnliches gemacht. Hier ist immer alles friedlich. Klar gibt es Hunde die ihren Fressnapf verlassen, wenn ein selbstbewussterer kommt, andersrum reicht aber auch schon das Zeigen eines Zahnes und der andere geht. Habe noch nie sogenannte " Rangordnungskämpfe" gehabt. Leckerchen werden der Reihe nach verteilt, so wie die Hunde vor mir sitzen. Futter gibt es auch nicht in einer bestimmten Reihenfolge. Wenn sich Hunde, so wie oben beschrieben, verhalten, muß der Mensch schon sehr viel falsch machen. Hunde wollen friedlich leben. Und selbstverständlich haben Hunde Gefühle, genauso wie wir Menschen auch. Wenn wir sie als solche Wesen akzeptieren, gibts auch keinem Grund zu ständigen Rangeleien.

Daggi

2017.10.08 um 22:30 Uhr

Das finde ich richtig gut, aber was tun bei zwei großen Rüden die aufeinander losgehen und das nach Jahren guten Zusammenlebens.

Chriswebmac

2017.12.28 um 17:14 Uhr

Hallo Ernst. Hut ab! Ich habe 12 und manchmal raufen die sich schon. Aber allés im gruenen Bereich.

Zuckerwatte

2018.05.27 um 20:45 Uhr

Unsere Jack Russel Hündin (10 Jahre) ist vor 6 Monaten zu uns ( 2 Erwachsene, 2 Rottweiler) gekommen.

Bei Gassi gehen ist immer alles ok aber zuhause gibt es immer wieder Beiserreien zwischen den Hündinnen (ausgehend) vom Jack Russel.

Mussten sogar schonmal wegen einem Biss zum Doc. Ist jetzt 2 Wochen her, seitdem trennen wir die Hunde und schlafen auch getrennt :(

Wir arbeiten mit Trainern aber es geht nur sehr schleppend voran.

Ausgang ungewiss.

Jona

2017.05.26 um 12:26 Uhr

Ich denke auch, dass wir vieles in das Hundeverhalten hineininterpretieren und andererseits viele Gefuehle von Ihnen nicht anerkennen wollen. Die Hundeerziehung hat in den letzten Jahren auch einen Wandel durchgemacht weil man erkannt hat dass die Annahme in einem Wolfsrudel laeuft es so und so ab, nun hat man festgestellt, dass sich Woelfe nur so im Rudel in Gefangenschaft verhalten und somit nicht mehr so zozial wie in freier Natur. Wir massen uns ununterbrochen an HUnde zu verstehen und sprechen Ihnen ab genauso unterschiedlich zu sein wie wir selber. Jedes Tier ist ein Individuum. Darum klappt es beim einem in seinem Rudel hervorragen und bei anderen bei genau der gleichen Behandlung eben nicht.
Schau was Du Dir zutraust, klappt es nicht, dann bist Du mit der Problematik ueberfordert und brauchst Dir nicht 1000 Weisheiten von anderen anhoeren, bei denen es in ihrem Fall daheim eben gut ablaueft.
Ich habe mit meiner OLD English Bulldog zwei Hundeschulen besucht. Habe noch einen Mops und eine Englische Bulldogge. Nicht weil ich dachte dort so viel lernen zu koennen, sondern damit mein Bully viele Moeglichkeiten hat zu sozialisieren und am anfang zu spielen. Die erste Hundeschule behauptete dass Hunde von ANfang an keinen Kotakt zu anderen Hunden haben sollen, weil in der Natur treffen sich auch keine Rudel zum spielen und der Hund soll schliesslich sein auf sein Rudel bezogen sein.
Ich fand das nicht richtig, denn mit meinen damaligen Hunden habe ich immer Plaetze aufgesucht wo sich mit anderen spielen konnten und auch wenn es mal kurz Stress gab ging ging ich zu 90 % mit einem gluecklichen ausgepowerten Hund nach Hause.
Bei der zweiten Hundeschule wurden gleich 15 Junghunde aufeinander losgelassen und jeder sollte ueben seinen zurueckzurufen. Selten so einen Schwachsinn erlebt. Es gab Stress ohne Ende und viele weitere Irrtuemer dieser Art. Ich habe beschlossen meinen Alvin selber zu erziehen, zu motivieren un geeignete Spielhunde zu finden und mich auf meinen Hund und unsere Bindung einzustellen. So wie vor dem ganzen Hundeschulwahnsinn die Menschen auch.

Inga Böge

2017.01.05 um 22:24 Uhr

Ehrlich gesagt halte ich den Artikel für nicht richtig. Es fehlt nämlich die wichtige Komponente Mensch als Rudelfuehrer. Wenn ich die Nummer 1 bin unterbinde ich jede Art von Machtkämpfe unterhalb meiner Position. In der freien Wildbahn würde das nämlich auch das Rudel schwächen. Ich verteile die Ressourcen. Und da gibt es nicht für den dominanteren Hund noch Belohnungen. Ich lege die Regeln fest und nicht die Hunde

Katrin

2017.02.14 um 19:55 Uhr

Sehr ich auch so.... Mein Haus, meine Regeln

Sam

2017.03.26 um 11:10 Uhr

Ich finde den Artikel durchaus logisch. Die Position "mein Haus, meine Regeln" ist sowieso bescheuert,da es nicht mehr nur Ihr Haus ist.

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