DOGS Logo Geschichten, die nur mit Hund passieren

TRAINING Fünf Übungen mit Keksdosen

Astrid Nestler

Keksdosen erst leer naschen, dann für das Training verwenden: Bringen Sie Bello in fünf Übungen auf den Geschmack und feilen Sie mit den Vorratsbüchsen an seiner Geschicklichkeit.

Finde das Versteckte!

Sie brauchen: mehrere Keksdosen, die unterschiedlich aussehen, etwas Futter oder das Lieblingsspielzeug Ihres Hundes

Ziel der Übung

Der Hund soll sich merken, unter welcher Dose Spielzeug oder Futter versteckt wurde, und gezielt danach suchen, auch wenn die Dose verschoben wird. Im Gegensatz zu unseren nächsten Verwandten, den großen Menschenaffen, können Hunde nicht nachvollziehen, dass ein versteckter Gegenstand bewegt wird. Sie verstehen, dass ihr Spielzeug weiterhin existiert, selbst wenn sie es nicht mehr sehen können, aber schauen dort nach, wo es verschwunden ist (deshalb sollte man bei einem entlaufenen Hund an die Stelle zurückkehren, wo sich die Wege trennten). Im Spiel erleichtern unterschiedliche Keksdosen die Suche.

Schritt 1 Stellen Sie die Dosen ohne Deckel umgedreht vor Ihren Hund. Schieben Sie vor seinen Augen ein Stück Futter oder sein Lieblingsspielzeug unter einen der Behälter.

Schritt 2 Vertauschen Sie die Dosen wie beim berühmten Hütchen- oder Nussschalenspiel, indem Sie sie langsam auf dem Boden umherschieben. Die Aufgabe des Hundes besteht darin, den Behälter, unter dem das Futter oder Spielzeug liegt, mit den Augen zu verfolgen. Fordern Sie ihn zum Suchen auf. Findet Ihr Hund zielsicher die richtige Büchse? Falls ja, bekommt er sein Futter oder das Spielzeug. Falls nicht, nehmen Sie sein „Unvermögen“ nicht krumm und beginnen die Übung von vorn und wiederholen Sie sie einige Male.

Schritt 3 Bewerten Sie seine Trefferquote: Hat Ihr Hund bei etwa der Hälfte aller Übungsrunden die richtige Dose angezeigt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er die richtige Wahl rein zufällig getroffen hat – die Übung dürfte zu schwer für ihn sein. In diesem Fall vereinfachen Sie die Aufgabe: Verschieben Sie die Dosen auf einer gedachten Linie seitwärts in eine Richtung, ohne sie zu vertauschen. Das heißt, dass nun gar nichts mehr an dem Platz steht, wo der Gegenstand verschwand. Ihr Hund sucht nun wahrscheinlich in der Dose, die dem Ort am nächsten steht, wo das Futter oder Spielzeug vorher war – und liegt damit richtig.

Fang den Deckel!

Sie brauchen: den Deckel einer runden Keksdose und eventuell etwas Futter zum Tauschen

Ziel der Übung

Der Hund soll lernen, Gegenstände aus Metall zu apportieren. Das ist nicht leicht, denn selbst jene, die gern etwas im Maul tragen, lassen Objekte aus Metall links liegen. Hier hilft ein Trick: Der runde Deckel der Keksdose wird zur Frisbeescheibe und vor lauter Freude am Hetzspiel nehmen viele Hunde die ungeliebte Substanz einfach in Kauf.

Schritt 1 Beginnen Sie auf einer Wiese möglichst ohne Ablenkung. Machen Sie den Deckel als Spielzeug interessant, bauen Sie Spannung auf, indem Sie selbst damit spielen, allerdings ohne den Hund dabei zu beachten. Erst wenn dieser mitmachen und den Deckel unbedingt haben möchte, beziehen Sie das Tier mit ein.

Schritt 2 Ist der Hund ganz auf das Spielzeug fokussiert, werfen Sie es wie eine Frisbeescheibe weg. Vergessen Sie Gehorsam und Impulskontrolle und lassen ihn nach Lust und Laune hinterherhetzen. Anfangs kann es dem Hund schwerfallen, den Deckel mit den Zähnen zu greifen, besonders wenn die Oberfläche glatt ist. Loben Sie jeden Versuch. Mit der Zeit verfeinern die meisten Vierbeiner ihre Technik und es gelingt ihnen ohne Mühe.

Schritt 3 Sobald er den Deckel aufgenommen hat, drehen Sie sich um und laufen vom Hund weg. Johlen Sie mit hoher Stimme, um ihn zu motivieren, Ihnen möglichst schnell zu folgen. Hat er Sie eingeholt und den Deckel noch im Maul, fordern Sie ihn zum Ausgeben auf oder tauschen das Blech gegen ein Stück Futter. Falls er den Deckel unterwegs fallen gelassen hat, ist das nicht weiter schlimm. Beginnen Sie ein neues Spiel. Bauen Sie wieder Spannung auf, bis der Hund abermals reagiert und mitmachen möchte. Dann werfen Sie das Spielzeug erneut im hohen Bogen fort.

Schritt 4 Benutzen Sie kleinere Deckel, zum Beispiel von Schraubgläsern. Apportiert der Hund auch diese, versuchen Sie es mal mit einer Münze. Das empfiehlt sich natürlich nur, wenn man sicher ist, dass er das Geld nicht mit einem Leckerchen verwechselt.

Halt still!

Sie brauchen: ein oder zwei Keksdosen

Ziel der Übung

Der Hund soll lernen, ruhig zu stehen und dabei vorsichtig einen Gegenstand auf seinem Rücken oder (für Fortgeschrittene) seinem Kopf zu balancieren.

Schritt 1 Das ruhige Stehen übt man am besten auf einem nicht zu hohen Tisch oder Kasten. Dazu wird der Hund mit einer Hand vor der Brust und mit der anderen unter dem Bauch sanft gehalten. Nimmt er die räumliche Begrenzung gelassen hin, löst man die Hände vom Hund, lobt ihn und lässt ihn in eigener Balance etwa fünf Sekunden lang stehen. Die Übung endet, indem man ihn vom Tisch hebt oder springen lässt. Der Hund sollte gelernt haben, mindestens zwei bis drei Minuten in der angewiesenen Haltung zu verharren, bevor mit Schritt 2 begonnen wird. Eine Futterbelohnung ist bei dieser Arbeit eher störend, denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund aufgeregt herumzappelt, während der Mensch mit der Hand in der Tasche kramt, ist sehr groß.

Schritt 2 Treten Sie seitlich an den Hund heran, während dieser stehend auf dem Tisch verharrt. Zeigen Sie ihm kurz die Dose oder lassen ihn daran schnuppern. Anschließend legen Sie sie mit ruhiger, fließender Bewegung auf seinen Rücken. Loben Sie das Tier mit sanfter Stimme, während es mit dem Behälter auf dem Rücken still steht. Anfangs reichen zwei oder drei Sekunden, bevor Sie die Dose wieder herunternehmen. Wiederholen Sie das Prozedere mehrmals und lassen die Büchse immer länger auf dem Rücken des Hundes liegen. Zu Beginn reichen drei oder vier Wiederholungen, bevor Sie ihn vom Tisch heben oder abspringen lassen.

Schritt 3 Anstatt auf den Rücken legen Sie die Dose nun auf seinen Kopf. Umgreifen Sie mit einer Hand sanft die Schnauze, die Sie in der Waagerechten ruhig halten. Mit der anderen Hand legen Sie die Dose vorsichtig auf seinen Kopf und lösen dabei die Hand vom Maul. Loben Sie ihn mit ruhiger Stimme. Auch hier reichen anfangs zwei oder drei Sekunden und nur wenige Wiederholungen.

Schritt 4 Legen Sie ihm nun eine Dose auf den Rücken und eine zweite auf den Kopf. Reicht die Zeit für ein Foto?

Steig auf!

Sie brauchen: eine stabile Keksdose

Ziel der Übung

Der Hund soll mit beiden Vorderpfoten auf die Keksdose steigen. Anschließend soll er lernen, nur die Hinterbeine zu bewegen und sich im Kreis um die Dose zu drehen. Mit den Vorderpfoten bleibt er dabei auf der Blechbüchse stehen.

Schritt 1 Als Erstes wird das Hochsteigen geübt. Stellen Sie hierzu die Dose auf den Boden. Anfangs kann es hilfreich sein, eine kurze Leine zu benutzen oder rechts und links der Büchse einen Gegenstand als Barriere aufzustellen. So verhindern Sie, dass der Vierbeiner ausweichen kann, und er versteht besser, um was es geht.

Schritt 2 Stellen Sie Ihren Hund vor die Keksdose, sie selbst stehen seitlich neben ihm. Ermuntern Sie ihn vorwärtszutreten, während Sie gleichzeitig mit einer Hand auf die Dose tippen. Die andere hält gegebenenfalls die Leine. Loben Sie jede Bewegung in die richtige Richtung. Vermeiden Sie Korrekturen wie Nein oder Pfui, damit Ihr Hund motiviert bei der Sache bleibt. Falls er die Dose überspringt, beginnen Sie einfach von Neuem und versuchen, ihn dieses Mal rechtzeitig mit einer entsprechenden Körperbewegung zu stoppen.

Schritt 3 Sobald er mit beiden Pfoten auf der Dose steht, richten Sie sich auf, entspannen bewusst und loben ihn leise. Anschließend lassen Sie ihn von der Dose herabsteigen. Wiederholen Sie die Übung mehrfach, bis Sie keine Barriere oder Leine mehr brauchen.

Schritt 4 Steht der Hund mit beiden Vorderpfoten oben, ermuntern Sie ihn, die Hinterbeine zu aktivieren. Stupsen Sie ihn leicht an den Oberschenkeln an und animieren ihn mit freundlicher Stimme. Falls er stehen bleibt, umgreifen Sie eine Hinterpfote mit der Hand, heben sie leicht an und setzen sie wieder ab. Loben Sie ihn dabei und machen Sie dasselbe mit dem anderen Hinterbein. Ermuntern Sie ihn, seine Hinterfüße zu bewegen. Falls Sie einen Clicker benutzen, können Sie den bei dieser Übung prima einsetzen. Zuerst reichen ein oder zwei Schritte mit den Hinterbeinen. Nach und nach werden die Anforderungen gesteigert, bis der Hund sich einmal im Kreis um die Dose dreht.

Lauf herum!

Sie brauchen: eine Keksdose und etwas Futter

Ziel der Übung

Der Hund soll zu der am Boden stehenden Dose laufen, diese umkreisen und zurückkommen. Später kann diese Übung verallgemeinert werden, und der Hund lernt, verschiedene Gegenstände wie Pfützen, Bänke, Bäume oder sogar Teiche zu umrunden. Der Aufbau erfolgt rückwärts. Erst übt der Hund auf ein Signal hin, etwas zu umrunden, dann kommt die Distanz hinzu.

Schritt 1 Nehmen Sie etwas Futter in die Hand und stellen sich mit Ihrem Hund vor die am Boden liegende Dose. Stellen Sie Blickkontakt her, dann halten Sie die Futterhand vor seine Nase und führen ihn mit einer Kreisbewegung um die Dose herum. Anschließend darf er den Happen fressen. Wiederholen Sie dies ein paar Mal und sagen dabei ein Hörzeichen wie „Go“ oder „Kreis“.

Schritt 2 Nun machen Sie dieselbe Übung mit Ihrem Hund, umkreisen Sie die Dose mit der Hand, jedoch ohne dabei Futter in der Hand zu halten. Verwenden Sie währenddessen Ihr Hörzeichen. Hat der Hund die Dose umkreist, belohnen Sie ihn.

Schritt 3 Treten Sie ein oder zwei Schritte zurück, sodass er erst ein Stück zu der Blechbüchse laufen muss, bevor er diese umrundet. Machen Sie Ihre ausladende Kreisbewegung mit dem Arm. Falls er dennoch Zweifel hat, was er machen soll, gehen Sie wieder ein Stückchen näher an die Dose heran, sodass er Ihrer Hand erneut folgen kann, bevor Sie die Distanz abermals vergrößern.

Schritt 4 Erweitern Sie nach und nach den Abstand, bis Ihr Hund es schafft, aus etwa zehn Meter Entfernung zur Dose hinzulaufen und diese zu umkreisen. Anschließend bauen Sie die Körperhilfe ab und deuten die Kreisbewegung mit dem Arm lediglich an. Verwenden Sie weiterhin das Hörzeichen.

Schritt 5 Zuletzt darf Ihr Hund lernen, andere Gegestände auf Ihr Signal hin zu umkreisen. Gehen Sie in gleicher Weise vor und üben Sie mit Baumstümpfen, Kanaldeckeln, Schneemännern oder einem Weihnachtsbaum. Gelegenheit dazu gibt es überall.

Beitrag verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zum Seitenanfang

Mehr Lust auf DOGS?

News, Wissen, Gewinne – jetzt im Newsletter für Hundefreunde

  • Aktuelle Hunde-News
  • DOGS Video-Wissen
  • Tolle Gewinnspiele

Hier direkt kostenlos anmelden:

Sie verwenden einen sehr alten Browser. Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser. X