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HAARIG Mythen der Fellpflege

Glanz im Fell kommt nicht von ungefähr, weiß die international erfahrene Groomerin Kristine Schirmer von „Gordon“ in Wiesbaden. Sie bürstet zehn Vorurteile gegen den Strich.

Kurz- oder langhaarig, glatt, gelockt oder strubbelig, kein anderes Tier hat derart viele Erscheinungsformen. Woran liegt das? An den Genen, genauer gesagt an drei: RSPO2, FGF5 und KRT71. Sie sind im Genstrang jedes Hundes vorhanden, und ihre Kombination entscheidet darüber, wie das Fell aussieht, das ihn schützt. Das Problem: Seitdem der Hund nicht mehr durch das Unterholz kriecht und sein Fell dort abstreift oder Fellpflege im Rudel betreibt, müssen wir Menschen helfen. Doch mit dem Bürsten, Trimmen und Zupfen ist es wie mit dem Zähneputzen: Man denkt nur, dass es jeder tut.

Mythos 1: Hundesalons sind nur etwas für Salonhündchen.
Irrtum! Zwar stehen bei vereinzelten Salons noch liebevoll verhätschelte Schoßhündchen auf der Kundenliste, aber bei den meisten Groomern gilt: Bei der Fellpflege geht es nicht nur um schönes Aussehen, sondern vor allem um eine funktionierende Temperaturregelung und die Gesundheit der Haut. Wer einen Hund hat, sollte dessen Fell pflegen. Wer nicht weiß, wie das geht, kann das entweder dem Hundefriseur überlassen oder sich von ihm erklären lassen.

Mythos 2: Wieso Pflege? Das Fell fällt von allein aus!
Irrtum. Anders als Menschenhaare sterben die Deckhaare des Hundes im Fellwechsel nämlich an der Wurzel ab, fallen aber nicht einfach aus. Das heißt, sie versperren den neuen Haaren den Weg. Wenn Ihr Hund also nicht ständig durch das Unterholz kriecht, müssen Sie wohl oder übel bürsten oder trimmen. Übrigens, wenn sich die Fellfarbe Ihres Lieblings verändert, kann das unter anderem an zu viel altem Pelz liegen. Die Farbpigmente des Fells sitzen nämlich in der Haarspitze und verblassen beim toten Haar. Wenn die neuen nicht durchkommen, wirkt das Fell eben blass.

Mythos 3: Fellwechsel findet nur zweimal im Jahr statt.
Jein. Würden die Hunde heute noch im Rudel durch die Wälder streifen und draußen schlafen, gäbe es im Jahr tatsächlich nur zwei Haarwechsel. Einen im Frühjahr, den anderem im Herbst. Der Haarwechsel aber wird vor allem durch die Menge des Lichts und die Temperatur gesteuert. Weil Hunde heute meist im auch noch abends lichtdurchfluteten und selbst im kältesten Winter mollig warm geheizten Haus leben, befinden viele sich im ganzjährigen Fellwechsel.
Übrigens, es gibt verschiedene Beschaffenheiten des Hundefells. Bei vielen Terrierrassen, Schnauzern oder Rauhaardackeln beispielsweise schiebt das Haar das ganze Jahr über nach.

Mythos 4: Die Pflege-Fummelei nervt den Hund doch nur.
Irrtum! Wenn der Hund Sie mag, lässt er sich sogar gern von Ihnen befummeln. Wer Hunde im Rudel beobachtet, erkennt, dass sie einen großen Teil des Tages damit verbringen, sich gegenseitig das Fell zu lecken. Das festigt soziale Bindungen und streift en passent auch alte Haare ab. Nichts anderes passiert, wenn Sie ihm liebevoll und mit kräftigen Strichen über den Rücken bürsten.

Mythos 5: Mit der Schermaschine geht die Pflege leichter.
Autsch, grober Fehler! Zwar können alle Hunde auch geschoren werden, aber das ist eine Methode für Grobiane. Die Fellanatomie erklärt, warum: Hundefell besteht aus zwei Schichten, dem Deckhaar und der Unterwolle. Letztere wärmt, das Deckhaar schützt vor Regen, Wind, Sonne, Dornen, Hitze und Kälte. Perfekt wäre es, die alte Unterwolle herauszubekommen, ohne die schützende Deckschicht zu beschädigen. Eine Schermaschine aber kann das nicht. Sie schneidet gerade durch beide Schichten und zerstört somit den natürlichen Haarwuchs. Abgestorbene Unterwolle bleibt in der Haut stecken und signalisiert den Haarwurzeln, den Haarwechsel einzustellen. Ergebnis: Der Hund verwollt und produziert oft nur noch wuchernde Unterwolle, die das Deckhaar verdrängt.

Mythos 6: Bei jedem Hund besteht Fell aus zwei Schichten.
Es gibt Ausnahmen! Der einzige Hund, den man scheren darf, ist der Pudel (und alle Pudelmischlinge). Sein Fell besteht aus nur einer Schicht, fällt nicht aus und wächst immerfort. Achtung: Dass die Hunde nicht haaren, freut zwar Allergiker und Hausfrauen, wer glaubt, Pudelfell sei pflegeleicht, irrt. Was nicht herausfällt, verfilzt nämlich, und das sieht nicht nur ungepflegt aus, verfilzte Fellknoten, besonders unter den Pfoten, tun dem Hund auch weh.

Mythos 7: Trimmen, Effilieren…? Bürsten allein reicht doch.
Ja, aber… Sogenannte Trimm-Rassen wie West Highland und Parson Russell Terrier, Schnauzer oder Dackel haben von Natur aus ein raues Fell, bei dem man die abgestorbenen Haare am besten herauszupft (Trimmen), weil sie mit der Bürste nie vollständig entfernt werden können. Andere Rassen haben so ein dichtes Fell, etwa Golden Retriever, Schäferhund, Hovawart, dass man die Unterwolle herausholen muss, ohne das Deckhaar zu beschädigen (Effilieren oder Carding). Daher gilt: Bürsten ist gut, reicht aber nicht immer.

Mythos 8: Kurzhaarige Hunde sind pflegeleichter.
Ja, stimmt. Dafür brauchen Sie bei diesen Hunden einen guten Staubsauger, denn obwohl viele Kurzhaarrassen keine Unterwolle haben, erneuert sich ihr Fell ständig. Wird das Tier nicht täglich gebürstet, landen die toten Haare eben auf dem Sofa oder im Teppich und bohren sich dort wie kleine Spieße in die Fasern.

Mythos 9: Hunde dürfen nicht gebadet werden.
Quatsch! Richtig ist: Hunde sollten auf keinen Fall mit Kernseife, Haarshampoo, Geschirrspülmittel oder ähnlichen Tensiden traktiert werden. Der Grund: Hunde besitzen keinen Säureschutzmantel, ihre Haut ist dünner als die des Menschen und hat einen neutralen ph-Wert. Dreckschleudern sollten daher mit einem ph-neutralen Shampoo (mit ph-Wert 7) gewaschen werden. Wichtig: Das Fell Ihres Hundes verfügt über eine natürliche Imprägnierung. Diese dünne Talgschicht auf Haut und Haarschäften wird vom Shampoo abgewaschen, und zwar so gründlich, wie es in der Natur niemals passieren würde. Die Hundehaut signalisiert daraufhin den Talgdrüsen, vermehrt Fett zu produzieren. Passiert das häufiger, gerät das ganze System durcheinander. Der Hund bekommt kein natürliches, imprägniertes, sondern nur noch ein fettiges Fell. Die Rückfettung der Hundehaut ist dennoch wichtig, ein Hunde-Conditioner hilft.

Mythos 10: Im Sommer kann das Fell ratzekahl ab.
Jein. Die Regelung der Körpertemperatur ist für viele Hunde ein großes Problem. Schweißdrüsen haben sie nur an den Pfoten, das Hecheln im Sommer dient vor allem der Kühlung des Gehirns. Wird dem Hund zu heiß, bekommt er Kopfschmerzen! Hunde mit wenig Fell können auf natürliche Art Wärme über die Haut abgeben, bei Tieren mit dickem Fell staut sich die Körperwärme. Bei nordischen Rassen das Fell wegzunehmen, ist grundsätzlich eine gute Idee. Ziehende Huskys sollten zusätzlich ein Trainingsverbot ab einer Temperatur von fünfzehn Grad einhalten. Aber Achtung: Beim Fellschnitt kommt es auf das Wie an. Wirklich zu schaffen macht den Hunden nicht das lange Deckhaar. Was sie wärmt, ist ihre dichte und sehr warme Unterwolle. Wer im Sommer kurzerhand zur Schermaschine greift, bekommt die Unterwolle nicht heraus. Hier hilft nur bürsten, bürsten, bürsten – oder Sie überlassen die langwierige Arbeit doch besser einem erfahrenen Hundefriseur.

GORDON

Salon, Physiotherapie, Training, Heilpraktik und hochwertige Accessoires: In Wiesbaden vereinen Kristine Schirmer und ihr Expertenteam alles, was Hunde glücklich macht

Seit 2008 dreht sich bei „Gordon“ alles ums artgerechte Verwöhnen. In ihrem Hundesalon pflegt Groomerin Kristine Schirmer vierbeinige Kunden und orientiert sich dabei am natürlichen Fellwechsel und den Lebensumständen der Hunde. 2010 war sie DOGS-Award-Gewinnerin für den besten Hundeshop, mit ihrem Geschäftskonzept hat sie den Gründerpreis bei der IHK Wiesbaden gewonnen, und im Team der International Judges Association bewertet sie als Preisrichterin auf weltweiten Groomingwettbewerben in USA, China etc. die Besten der besten Hundefriseure. Über die Grenzen von Wiesbaden hinaus ist „Gordon“ längst eine gute Adresse für art- und rassegerechte Fellpflege, hochwertige Hundeaccessoires und ein weitreichendes Angebot für Wohlbefinden und Gesundheit der Hunde. „Wir machen alles, was gesund für den Hund ist“, garantiert die Wiesbadenerin und spricht von artgerechter Fellpflege und Trimmen statt Scheren bei Hunden.

Gordon – Der gepflegte Hund, Bierstadter Höhe 8, 65191 Wiesbaden, Telefon: 0611-9870849, E-Mail: service@gordon-hundeshop.de, www.gordon-hundeshop.de

In der neuen DOGS lesen Sie mehr über die Arbeit der Hundefriseure und die Ausbildung in der Groomer Academy Castrop-Rauxel!
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