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COLLIES IM MINIFORMAT Sheltie

Die Shetland Sheepdogs lieben das raue Klima der Shetlandinseln. Sie sind zuckersüß, klein und dennoch „knallharte Jungs“.

Seit dem dritten Jahrtausend vor Christus sind die Shetlands besiedelt. Trotz ihrer abgeschiedenen Lage mitten im sturmgepeitschten Nordatlantik, trotz ihres kargen Bewuchses und der damit verbundenen Schwierigkeiten für Ackerbau und Viehzucht waren die Inseln immer Anlaufpunkt für Schiffe aus vielen Nationen. Viele der Seefahrer hatten Hunde an Bord, spitzartige Tiere, die in der Heimat der Seeleute als Wach-, Treib- oder Hütehunde verwendet wurden und den Männern als lebender Proviant dienten. Einige der Hunde blieben an Land. Sie sind die Urahnen der heutigen Shelties. Allerdings sahen sie noch lange nicht so aus wie heute. Die Bedingungen und das Klima auf den Shetlands haben über die Jahrhunderte auf alle dort lebenden Tiere einen gleichartigen Effekt gehabt: Verzwergung. Die Schafe, die Pferde und auch die Hunde, alle haben sich dem ständigen Wind und dem Regen gebeugt, ein dichtes, wasserabweisendes Fell und einen kleinen Wuchs entwickelt. Von liebreizender Statur waren die Hütehunde der Shetlandinseln deshalb schon lange.

Trotz ihrer Größe waren die „toonie dogs“, so nannte man Shelties früher, wichtige Helfer beim Hüten der Schafe. Sie sorgten dafür, dass die Schafherde innerhalb der mit niedrigen Steinmauern abgegrenzten Weidegrundstücke, den „toons“, bleiben. Menschen gegenüber sind sie stets liebenswürdig und aufmerksam, mit Schafen zeigen sie ein anderes Wesen. Shelties sind ungemein sportlich, immer agil, ziemlich schlau und überaus selbstständig, weshalb sie mitunter lieber ihre Dinge tun. Heute arbeitet außerhalb der Inseln kaum noch ein Shetland Sheepdog an der Herde. Dafür ist das Geschäft mit den winzigen Shetland-Schafen zu unbedeutend geworden. Und zum Hüten von Hausschafen sind die Shelties mit ihren kaum 35 Zentimeter Widerristhöhe viel zu klein. Ihre Arbeit können sie nicht mehr tun, aber die Gene ihrer Vorfahren stecken noch immer in ihnen.

Zum „miniature collie“ wurde der Sheltie, nachdem die Bewohner der Inseln anfingen, aus Schottland importierte Collies einzukreuzen. Warum sie das taten, darüber gibt es viele Ansichten: Um die Hüteeigenschaften zu verbessern, sagen die einen. Weil sie so niedlicher waren, glauben die anderen. Tatsache ist: Das Einkreuzen der Collies geschah, als der Tourismus auf die Shetlandinseln einsetzte. Süße, flauschige Welpen waren ein beliebtes Mitbringsel. Im Januar 1914 wurden die Shetland Sheepdogs – gegen den ursprünglich gewählten Namen „Shetland Collies“ gingen die Züchter der schottischen Collies vehement vor – als Rasse offiziell anerkannt, und weil sie so süß waren, sammelten sie schnell Freunde. Das Problem: Außerhalb der Inseln war kaum jemand daran interessiert, mit ihnen Schafe zu hüten. Dafür erregten sie bei den in den 1960er-Jahren beliebter und größer werdenden Hundeausstellungen Aufsehen. Rüden wie der 1958 gewölfte Elf Dale Viking sorgten für Schlagzeilen – er gewann bis zum zehnten Lebensjahr 179-mal den Titel „Best of Breed“ – und für einen Züchterboom: so hübsch, so flauschig… Doch aus dem Arbeitstier wurde ein Showhund, was nicht ohne Folgen für die Gesundheit der Rasse geschah, weil plötzlich Aussehen, nicht Kraft und Eignung im Vordergrund stand. Power haben sie nach wie vor: Agility und Obedience machen Shelties großen Spaß, und wer auf die Ranglisten der großen Turniere blickt, stellt fest: In der Klasse der „Kleinen“ schafft der Shetland Sheepdog, was dem Border Collie bei den „Großen“ gelingt: immer vorn dabei zu sein. Auf der Agility-Weltmeisterschaft 2013, die in Südafrika stattfand, holte die deutsche Nationalmannschaft im „Team Small“ den Weltmeistertitel mit Shelties. Auch hierzulande entdeckt man allmählich die Vorzüge des kleinen Kerls. 1998 kamen in den zwei Rassezuchtvereinen, die dem Verband für das Deutsche Hundewesen angeschlossen sind, 550 Welpen zur Welt, heute sind es doppelt so viele.

Shelties sind intelligent

Tatsächlich erreichten sie bei einem Intelligenztest des amerikanischen Psychologie-Professors Stanley Coren unter 110 getesteten Hunderassen den beachtlichen Platz 6.

Shelties sind wetterfest

Der ständige Wind, der Regen und die Kälte im Nordatlantik haben den Hunden der Shetlands ein langes, Wind und Wasser abweisendes Deckhaar und ein dichtes, wärmendes Unterfell beschert. Es braucht nicht viel Pflege, da es nicht zum Verfilzen neigt. Ein- bis zweimal die Woche gut durchbürsten reicht.

Shelties sind ziemlich bunt

Die offiziell erlaubten Farbvarianten heißen Zobel (rein zobelfarben oder Schattierungen von golden bis tief mahagonibraun), Tricolor (tiefschwarz, weiß und tan), Blue-Merle (silberblau mit schwarzen Flecken und tanfarbenen Abzeichen), Schwarz beziehungsweise Schwarz-Weiß und Schwarz-Loh.

Shelties sind nicht frei von Erbkrankheiten

Wie bei Collies führt bei Shelties ein Defekt in dem MDR1-Gen zu einer Intoleranz gegenüber einigen Medikamenten. Sie kann tödlich sein. Ein Bluttest kann sicherstellen, ob man einen Welpen von „defektfreien“ Elterntieren bekommt. Dermatomyositis, eine genetisch vererbte Haut-Muskel-Erkrankung, bei der die Haut schuppig und räudig wird, kommt vor, auch Augenkrankheiten wie die Collie Eye Anomaly (CEA) und Progressive Retinaatrophie (PRA) werden diagnostiziert. In manchen Linien kommt außerdem das Willebrand-Syndrom vor, eine genetisch bedingte Bluterkrankheit. Auch Erkrankungen der Schilddrüse sind nicht selten. Shelties gehören überdies zu den wenigen Kleinhunderassen, die unter Hüftgelenksdysplasie (HD) leiden. Viele Hunde dieser Rasse sind zudem Träger des Merle-Gens. Verpaart man zwei Merle-Hunde miteinander, kann es bei deren Nachkommen zu Schädigungen des Innenohrs bis hin zur Taubheit und zu schweren Augenschäden kommen. Geben Sie sich bei der Züchterwahl Mühe und lassen Sie die Finger von Tierbörsen im Internet.

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