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Alpenabenteuer Dem Himmel so nah

Andrea Mertes 02.05.2016

In sechs Tagen von Österreich nach Italien: Eine Alpenüberquerung mit Hund stellt den Besitzer vor ungeahnte Herausforderungen, wie DOGS-Autorin Andrea Mertes feststellen durfte.

Tipps für Gipfelstürmer

Die vorgestellte Wanderung

Jedes Jahr im Juli und August organisieren Erwin Kohler und Christoph Rüscher von Lexlupo zwei Alpenüberquerungen für Hundebesitzer. Eine Tour führt von Au im Bregenzerwald nach Italien, die andere in die Schweiz. Übernachtet wird in Berghütten und Pensionen. Kosten: 1135 bzw. 1295 Euro inklusive fünf geführter Wanderungen, sechs Übernachtungen, Halbpension, Taxitransfer und Gepäckshuttle, zuzüglich eigener An- und Abreise. Informationen bei Lexlupo, Tel. 00 43-55 15-23 11, www.lexlupo.com.

Alpenüberquerung: Dem Himel so nah
Momentaufnahme mit Hund in den Ötztaler Alpen: Wo hat sich denn nur das Murmeltier versteckt? © Jörg Fokuhl

Die eigene Tour planen

Wer mit seinem Vierbeiner ins Gebirge  geht, übernimmt auch für seinen Hund die Verantwortung. Der Vierbeiner muss das Gehen im steilen und abschüssigen Gelände erst lernen. Nicht selten stürzt ein Tier ab, weil es die Gefahr einer exponierten Stelle nicht erkennt oder im Steilgelände einer Dohle hinterherhüpft. Deshalb gilt dieselbe Spielregel wie für den Mensch: Gemächlich einsteigen, zum Beispiel mit Almwanderungen, langsam die Anforderungen steigern. Für alpine Touren hat es sich bewährt, seinem Hund einige Kommandos beizubringen. Das Wichtigste lautet „Bleib“. So haben Sie beispielsweise die Möglichkeit, an einer steilen Stufe vorauszusteigen und das Tier sicher abwärts zu lotsen.

Die richtige Ausrüstung

Je weniger Gepäck, desto besser. Wer  stunden- oder tagelang auf den Beinen ist, spürt jedes Gramm. Als Faustregel gilt: Auch bei einer mehrtägigen Wanderung mit Hüttenübernachtung reicht ein 30-Liter-Rucksack. Wichtigste Utensilien für den Menschen: festes Schuhwerk, Wärmeschutz, Wechselwäsche, Regenbekleidung, Hüttenschlafsack, Stirnlampe, UV-Schutz, Rucksackapotheke, leichte Trinkflasche (für mindestens zwei Liter). Wichtigste Utensilien für den Hund: eine zwei bis drei Meter lange Leine mit Brustgeschirr – ein Halsband hat aufgrund der Strangulierungsgefahr nichts in den Bergen zu suchen –, Decke für den Hüttenaufenthalt, Handtuch zum Säubern, Faltnapf, Wasser, Futter. Gewichtsparend und schnelltrockend sind Mikrofaser- statt normaler Handtücher und dünne Fleece- statt schwerer Hundedecken. Sinnvoll können bei Touren über Schutt und scharfes Gestein wie Kalk auch Pfotenschuhe sein. Alternativ lässt sich ein Verband aus Mullbinde und Tape anlegen. In den Rucksack gehört außerdem ein Maulkorb, denn in Bergbahnen ist er meist Pflicht.

Übernachtungen

Sie sind auf Berghütten schwierig, aber nicht unmöglich. In der Hüttenordnung des Österreichischen und Deutschen Alpenvereins heißt es dazu: „Das Unterbringen von Tieren muss in jedem Fall vorab mit den Hütten-Wirtsleuten abgeklärt werden. Tiere dürfen in Schlaf- und Küchenräume grundsätzlich nicht mitgenommen werden.“ Ein Anruf bei den Hüttenwirten verhilft oft doch noch zu einem Schlafplatz. Dabei sollten Sie gleich klären, wo der Hund schlafen muss: Darf er mit ins Zimmer oder bleibt er allein im Keller oder Trockenraum? Mit etwas Glück bekommt man den Winterraum für die Übernachtung. Günstig ist, wenn sich mehrere Hundebesitzer zusammenschließen: So lässt sich ein Bettenlager von der gesamten Gruppe reservieren. Generell sind die Übernachtungsmöglichkeiten in der Woche besser als am Wochenende, wenn alles voll ist. Alternativ kann man die Bergtour mit Hund auch so organisieren, dass man absteigt und im Tal in  einem Gasthof übernachtet.

Literatur

Der Bergverlag Rother hat 2014 erstmals zwei Wanderbücher für Hundemenschen veröffentlicht. Der Titel „Wandern mit Hund: Chiemgau • Berchtesgaden“ von Andrea Obele (Bergverlag Rother 2014, 192 Seiten, 16,90 Euro) stellt 36 Touren zwischen Inn und Wolfgangsee vor, die meisten davon liegen im Einsteigerbereich und bis auf eine Ausnahme unterhalb von 2000 Metern.  Alpiner geht es im Buch „Bergwandern mit Hund: 40 Touren in ganz Österreich“ zur Sache (Verlag Anton Pustet, Salzburg 2013, 176 Seiten, 22 Euro). Die Autoren Christine und Michael Hlatky geben zu den Wanderempfehlungen Tipps für Tourenplanung und Übernachtung, dafür sind die Beschreibungen weniger detailliert als bei Obele.

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