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BADESPASS Hunde im Freibad

Sarah Heider

Mit Hund in die Badeanstalt: bei den Hundeschwimmtagen, an denen Freibäder ihre Türen für vierbeinige Gäste öffnen.

Viele Hunde lieben es, sich bei sommerlichen Temperaturen im Wasser zu erfrischen. Das Freibad ist normalerweise tabu, nicht jedoch an den Hundeschwimmtagen. Am Ende der Badesaison öffnen bundesweit Freibäder ihre Türen für vierbeinige Gäste.

Welche Bäder an der Aktion teilnehmen sowie den genauen Termin, können die Halter am besten in der App Hundimfreibad nachgucken. Dahinter steht die Initiative #hundimfreibad, deren Ziel ist, dass Hunde im Freibad „mal so richtig die Sau rauslassen können“, wie Thomas Hinze sagt, der die Aktion zusammen mit Christian Rerop organisiert. Wer bei diesen Worten an verschmutztes Badewasser denkt, den kann Hinze beruhigen: „Hunde sind in dieser Hinsicht reinlicher als wir Menschen. Die gehen auf jeden Fall an Land, um das Bein zu heben.“ Sollte aus irgendwelchen Gründen doch etwas im Wasser landen, dürfte sich trotzdem kein Badegast daran stören, da die Schwimmbecken vor Beginn der neuen Saison gründlich gereinigt werden.

Wegen des Chlors muss sich kein Hundehalter Sorge machen. Mit Ende der Saison geben die Bäder kein neues Chlor in die Becken und das bestehende Chlor baut sich sehr schnell ab. „Wir haben uns das von Chemikern und Tierärzten bestätigen lassen“, versichert Hinze. Daher ist das Freibad nicht nur aus hygienischer Sicht unbedenklicher als Flüsse, Seen oder Teiche voller Algen, sondern auch ungefährlicher. Es gibt weder gefährliche Strömungen oder Untiefen noch Gegenstände im Wasser, an denen sich die Tiere verletzen könnten.

Bei allem Spaß für die Hunde müssen jedoch einige Dinge bedacht werden. Der Hund sollte im jeden Fall geimpft und gesund sein, damit bedenkenlos miteinander getobt werden kann. Im Grugabad in Essen, dem meistbesuchten Bad der Aktion, kamen im vergangenen Jahr über tausend Hunde am Hundeschwimmtag zusammen. Der Haustierausweis, der Impfpass und eine Kopie der Haftpflichtversicherung sollten deshalb mitgenommen werden. Denn auch im Freibad gilt: Herrchen und Frauchen haften für ihren Hund. Wer einen vermeintlichen Kratzer in einem Edelstahlbecken entdeckt, muss aber nicht gleich die Versicherung rufen. Hunde können Edelstahlbecken nicht mit ihren Zähnen oder Krallen zerkratzen. Edelstahl ist härter, weshalb auch die Werkzeuge zur Krallenpflege aus diesem Material sind. Ein vermeintlicher Kratzer im Becken ist der bloße Abrieb der Krallen, der spätestens bei der Beckenreinigung entfernt wird.

Hunde unter sechs Monaten sollten bis zu den nächsten Hundeschwimmtagen warten, bis sie mit ins Freibad kommen, da sie noch nicht ausreichend geimpft sind. Ob bestimmte Rassen einen Maulkorb tragen müssen, richtet sich nach den jeweiligen lokalen Bestimmungen: Was außerhalb des Schwimmbads gilt, gilt auch innerhalb.

Die Hundeschwimmtage erfreuen sich mittlerweile einer großen Popularität. Geschätzt 60.000 Besucher tummelten sich im vergangenen Jahr in den über 120 teilnehmenden Bädern. Das Feedback war durchweg positiv. Die Vorteile der Aktion liegen für Initiator Thomas Hinze auf der Hand: Die Bäder haben nach der Saison einen zusätzlichen Einnahmetag. 50 Cent Eintrittspreis pro Pfote und Fuß empfiehlt #hundimfreibad. Die Entscheidung liegt jedoch bei den Betreibern. „Viele folgen der Empfehlung, und die nehmen sie durchaus wörtlich“, sagt Hinze. Er habe schon gehört, dass ein dreibeiniger Hund nur 1,50 Euro Eintritt gezahlt hat und ein menschlicher Begleiter im Rollstuhl umsonst ins Freibad konnte.

Aber nicht nur die Hunde haben großen Spaß beim Baden. Die Halter können sich untereinander austauschen, während ihre Lieblinge im Wasser planschen. Bei einigen Bädern kommen auch (Unterwasser-)Fotografen, die den Tag bildlich festhalten. Das Ganze hat sich zu einem solchen Spektakel entwickelt, dass auch viele „Zaungäste“ anzieht. So nennt Hinze scherzhaft diejenigen, die ohne eigenen Hund zum Freibad kommen, um sich von außen die badenden Hunde anzusehen.

Wer Interesse daran hat, die Aktion zu unterstützen, kann noch fehlende Bäder vorschlagen oder sich als Helfer eintragen. Helfer sind meistens Hundetrainer, die vor allem für Deeskalation bei den Zweibeinern sorgen. Gerade wenn ein Halter nicht so oft mit seinem Hund zu großen Veranstaltungen geht, kann das für das Tier schnell Stress bedeuten. Die Trainer stehen aber auch jedem anderen mit Rat und Tat zur Seite, um für ein gesittetes Miteinander zu sorgen.

 

Wo und wann: Informationen in der App Hundimfreibad

Eintrittspreise: #hundimfreibad empfiehlt einen Eintrittspreis von 50 Cent pro Fuß und Pfote. Den endgültigen Preis legen die Freibäder fest.

Unbedingt mitbringen: Impfpass, Haustierausweis und eine Kopie der Haftpflichtversicherung

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