DOGS Logo Geschichten, die nur mit Hund passieren

INTERVIEW Kollege auf vier Pfoten

Sarah Heider

Wie wird man eigentlich Polizeihundeführer? DOGS sprach mit Florian Beinlich, der in diesem Jahr auch einen Onlineshop für Hundefutter eröffnete.

DOGS: Herr Beinlich, Polizeihundeführer ist ein nicht so häufiger Beruf. Wie kamen Sie dazu?
Florian Beinlich: Ich hatte privat schon immer viel mit Hunden zu tun und habe meine Diplomarbeit während des Studiums über Rauschgiftspürhunde geschrieben. Nach meiner Ausbildung im gehobenen Dienst bei der Polizei war ich zunächst in unterschiedlichen Dienststellen im Einsatz, unter anderen beim Rauschgiftdezernat. Als sich die Möglichkeit auftat, zur Polizeihundestaffel zu wechseln, habe ich mich dort beworben und bin nun seit sechs Jahren Polizeihundeführer. Später habe ich mich noch zum Leistungsrichter weitergebildet und bin jetzt Leiter des Fortbildungsbereichs.

DOGS: Was sind die Aufgaben eines Leistungsrichters?
Florian Beinlich: Ich nehme Prüfungen von anderen Hundestaffeln ab. Jeder Hundeführer muss im Jahr zwei Prüfungen mit seinem Hund bestehen: einmal die Überprüfung im Schutzhundeführerteam und einmal eine Prüfung in seinem Spezialbereich. Fällt der Hund durch eine dieser Prüfungen, darf er in diesem Bereich bis zum Bestehen nicht mehr eingesetzt werden.

DOGS: Welche Aufgaben hat ein Schutzhund?
Florian Beinlich: Jeder Polizeihund ist Schutzhund und hat als solcher vielfältige Aufgaben. Das geht von Fällen von Einbrüchen, bei denen man vermutet, dass der Täter sich noch im Objekt befindet, bis zu Fällen mit aggressiven Personen oder Personengruppen. Dabei geht es besonders darum, die Sicherheit der Beamten zu gewährleisten und mithilfe des Hundes Situationen zu klären und zu bereinigen. Die meisten Polizeihunde haben neben diesen Aufgaben noch einen Spezialbereich. Das sind die Gebiete Rauschgift, Sprengstoff, Brandmittel oder Blut- und Leichensuche.

DOGS: Wie sieht Ihr Alltag in der Hundestaffel aus?
Florian Beinlich: Die Hundestaffel hat ganz normale Streifetätigkeiten, fährt aber primär zu Einsätzen, wo die Hunde gebraucht werden, wie Schlägereien oder Einbrüche. Wir werden angefordert und die Kollegen bleiben solange vor dem Gebäude stehen, bis wir da sind, und gehen dann mit uns und den Hunden rein. Dazu kommen geplante Einsätze wie die Durchsuchung eines Veranstaltungsorts vor dem Auftritt eines Promis, Festnahmen von bekannt aggressiven Personen sowie geplante Rauschgift- oder Sprengstoffeinsätze. Solche Sachen sind an der Tagesordnung. Eine nicht unerhebliche Zeit investieren wir auch, um die Hunde auf ihren Ausbildungsstand zu bringen und zu halten.

DOGS: Wie sieht die Ausbildung eines Polizeihunds aus?
Florian Beinlich: Die Hunde durchlaufen bei der Staffel eine Vorausbildung, die – abhängig vom Alter des Hundes – etwa sechs bis zwölf Monate dauert. Der Hund fährt dabei den ganz normalen Dienst mit, ich darf ihn jedoch noch nicht einsetzen, weil er noch nicht vollständig ausgebildet ist. Nach der Vorausbildung geht der Hund auf einen Lehrgang der Hundeschule, den er mit einer Prüfung abschließt. Nach bestandener Prüfung darf er als Schutzhund oder Spezialhund eingesetzt werden.

DOGS: Welche Voraussetzungen muss ein Vierbeiner mitbringen, um Polizeihund zu werden?
Florian Beinlich: Grundsätzlich sollte der Hund sehr selbstbewusst sein. Bei uns kommen vor allem der Deutsche und der Belgische Schäferhund, also der Malinois, in Betracht. Die Rassen sind beide absolut geeignet, haben aber sehr unterschiedliche Eigenschaften. Der Malinois ist immer bereit und sehr schnell. Der Deutsche Schäferhund ist etwas schwerer als der Malinois, was vor allem in manchen Schutzbereichen zum Tragen kommt. Der Angreifer hat mit einem Hund, der 42 Kilo wiegt, deutlich mehr Probleme als mit einem, der knapp über 30 Kilo wiegt. Das ist zwar ein Unterschied, den die Malinois jedoch unter anderem mit ihrer Schnelligkeit ausgleichen. Ich bin ein absoluter Fan der Malinois.

DOGS: Wie wird ein potenzieller Polizeihund ausgesucht?
Florian Beinlich: Wenn es darum geht, einen neuen Polizeihund zu finden, hat der zukünftige Hundeführer natürlich ein Mitspracherecht und kann Wünsche äußern. Das bezieht sich nicht nur auf die Rasse, sondern zum Beispiel auch auf das Geschlecht. Das hat den Hintergrund, dass der Hund bei den Polizisten zu Hause lebt. Im Rahmen der Möglichkeiten versucht man daher, einen Hund zu finden, der auch in das private Umfeld passt.

DOGS: Wie läuft es bei Ihnen und Ihrem Malinois?
Florian Beinlich: Bei mir zu Hause hat das gut geklappt. Als ich die Chance hatte, zur Hundestaffel zu wechseln, habe ich das mit meiner Frau besprochen. Unser Spike ist ein Malinois und war eineinhalb Jahre alt, als wir in bekamen. Sein Vorbesitzer war erkrankt und konnte den Hund nicht mehr angemessen auslasten. Als Spike anfing, dominantes Verhalten zu zeigen, ist die Familie mit ihm einfach nicht mehr klargekommen. Als er dann zu uns kam, mussten wir ihm zuerst mit Ruhe und Konsequenz beibringen, dass er nicht jede Kuh und jedes Pferd blöd ankläffen muss. Insgesamt haben wir ihn ziemlich genau ein Jahr vorausgebildet, bevor er auf die Hundeschule ging: erst zu dem Schutzhundelehrgang und dann zum Rauschgiftlehrgang. Bei mir gab es damals die glückliche Situation, dass die Hundestaffel sowohl Sprengstoffsuch- als auch Rauschgiftspürhunde brauchte. Aufgrund meiner Zeit beim Rauschgiftdezernat habe ich mich dann entschlossen, Spike zu einem Rauschgiftspürhund auszubilden.

DOGS: Wie kamen Sie auf die Idee, nebenberuflich einen eigenen Futtershop zu eröffnen?
Florian Beinlich: Das war etwas aus der Not heraus. Ich habe meinen Hund früher gebarft, war mir aber ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob mein Wissen dazu ausreicht. Barfen ist aus meiner Sicht eine gute Sache, wenn man sich richtig damit auskennt. Deswegen habe ich mich für Barf-Komplettmenüs entschieden. Spike hat jedoch immer wieder Magen-Darm-Probleme bekommen. Dann bin ich über die Empfehlungen von Kollegen zu einem Markenfutter gekommen, das mich überzeugt hat. Spike hat es gut vertragen und die Magen-Darm-Probleme sind gänzlich verschwunden. Danach kam aber eine große Enttäuschung. In unserem ländlichen Raum…

DOGS: Sie leben in Heroldstatt, westlich von Ulm.
Florian Beinlich: Ja, hier konnte man nur schwer vernünftiges Futter kaufen. Zunächst habe ich in meiner Garage einen kleinen Futterladen aufgemacht, die meisten Kunden kamen jedoch aus dem Ort und der Umgebung. Ein Freund von mir, Bernd Griesinger, den ich seit dem Kindergarten kenne, hatte früher einen großen Onlineshop für LED-Beleuchtung. Wir haben uns irgendwann mal getroffen und sind auf die Idee gekommen, unsere beiden Tätigkeiten in einem Online-Tierfuttershop zu verbinden.

DOGS: Was ist das Besondere an Ihrem Shop?
Florian Beinlich: Was uns von anderen Shops abhebt, ist, dass wir aufgrund der Größe und unseres ausgewählten Sortiments auf jeden einzelnen Kunden eingehen können. Wir bieten eine individuelle Futterberatung an, die unverbindlich und kostenlos ist. Dazu verschicken wir auch Futterproben der jeweiligen Sorte. Mit Feedback des Kunden, wie gut der Hund mit dem Futter klarkam, versuchen wir dann, das richtige Futter für jeden Hund zu finden. Das ist ein Vorteil gegenüber großen Onlineshops mit Hunderten von Artikeln und Marken. Wir können einfach besser auf die Kunden eingehen und sie individuell beraten.

DOGS: Und wie läuft es?
Florian Beinlich: Dafür, dass wir erst vier Monate online sind, bin ich ganz begeistert, wie gut der Shop angenommen wird. Wir haben schon einige Stammkunden gewinnen können, die immer wieder bei uns bestellen.

Weitere Infos finden Sie unter www.mein-tierfutter.shop

Beitrag verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zum Seitenanfang

Mehr Lust auf DOGS?

News, Wissen, Gewinne – jetzt im Newsletter für Hundefreunde

  • Aktuelle Hunde-News
  • DOGS Video-Wissen
  • Tolle Gewinnspiele

Hier direkt kostenlos anmelden:

Sie verwenden einen sehr alten Browser. Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser. X