DOGS Logo Geschichten, die nur mit Hund passieren

PRAXISTIPPS Helden des Alters

Dr. Brigitte Glöwing

Die Haare ergrauen, Bewegungen werden gemächlich, die Nickerchen länger. Doch alt sein ist relativ. Viele graue Schnauzen können und wollen in unserer Mitte leben und entsprechend ihrer Möglichkeiten gefordert werden.

WANN IST MEIN HUND ALT?

Hunde werden heute deutlich älter als früher. Das hat mit einer besseren Ernährung, Pflege und medizinischen Versorgung unserer Tiere zu tun. Aber Hund ist nicht gleich Hund: Riesenrassen haben im Vergleich zu Terriern oder Zwergpudeln eine niedrigere Lebenserwartung. Auch innerhalb einer Rasse altern Hunde sehr unterschiedlich. Neben den Genen spielen Faktoren wie Haltung, Ernährung und Krankheiten eine Rolle. Die durchschnittliche Lebenserwartung aller Hunde liegt heute bei etwa zwölf Jahren, mit acht beginnt im Schnitt ein sichtbarer Alterungsprozess. Das Fell wird schütter und verliert an Glanz. Die Hunde werden ruhiger, die Augen trüb und das Gehör verliert an Leistung. Auch an Organen wie Herz, Leber und Nieren nagt jetzt der Zahn der Zeit.

Alter mal sieben, stimmt das noch?

Hunde altern anders als wir Menschen. Kleine und mittelgroße Rassen sind mit etwa einem Jahr erwachsen, sie können sich dann bereits fortpflanzen und entsprechen dem Alter eines Teenagers. Größere Vierbeiner wachsen schneller, reifen aber langsamer und sind oft Spätzünder. Ein zweijähriger Hund ist also so alt wie ein 25-jähriger Zweibeiner. Für jedes weitere Hundejahr kann man rund fünf bis sechs Menschenjahre hinzurechnen. Große Rassen altern schneller als kleine. Hunde wie die Deutsche Dogge oder Irischer Wolfshund werden etwa sechs bis acht Jahre alt. Tiermediziner erklären dieses Phänomen mit dem höheren Risiko der großen Hunde, an Herzleiden und Knochentumoren zu erkranken.

ERNÄHRUNG

Die Verdauung älterer Tiere ist anfällig gegen Störungen: Ungewohntes Futter und geänderte Fresszeiten können Beschwerden bereiten. Was er braucht, um fit zu bleiben.

Kalorien raus

Mit der Zeit passt sich der Stoffwechsel der geringeren Bewegung im Alter an. Fatal, denn dann wird aufgenommenes Futter nicht mehr in Muskulatur, sondern in Fett umgewandelt. Die Folge: Die Hunde neigen zu Übergewicht. Ein Seniorenmenü sollte deshalb weniger Kalorien enthalten. „Wenig sinnvoll ist es, einfach nur kleinere Portionen zu geben, denn dabei bleiben nicht nur Kalorien, sondern auch wertvolle Nährstoffe auf der Strecke“, sagt Osnabrücker Tierärztin Thekla Großbröhmer. Ausnahmen bestätigen die Regel: Manche alte Herrschaften leiden unter dem gegenteiligen Problem: Sie werden im Alter dünner oder leiden unter Appetitmangel, weil Geruch und Geschmack nicht mehr funktionieren oder ihre Zähne schmerzen. Außerdem arbeitet der Darm nicht mehr so effektiv, viele ältere Hunde können weniger Nährstoffe aus dem Verdauungstrakt aufnehmen. Bei schlechten Fressern sollte man aus diesem Grund auf eine Reduktion der Kalorien verzichten.

Muskelfleisch statt Schlachtabfälle

Qualitativ hochwertiges Eiweiß schmeckt nicht nur besser, es lässt sich vom Organismus auch optimal verwerten. Je älter der Hund, desto mehr sollte er zum Gourmet werden. Muskelfleisch, Herz, Ei, auch Quark oder Hüttenkäse sind leicht verdaulich. Hochwertiges Eiweiß wird schon im Zwölffingerdarm von den Verdauungsenzymen in Bestandteile zerlegt, mit denen der Körper arbeiten kann.

Schwer verdauliche Eiweiße

…sind zum Beispiel in Ackerbohnen oder in stark sehnen- und knorpelhaltigem Fleisch vorhanden. Dieses Futter ist schwer verdaulich und gelangt nahezu unverdaut in den Dickdarm. Anstelle der Verdauungssäfte spalten dort Bakterien den Nahrungsbrei auf. Problem: Als Endprodukte entstehen zum Teil giftige Stoffe wie Ammoniak, das durch die Dickdarmschleimhaut in den Körper gelangt und Leber und Nieren belastet. Die Folge: Es entstehen Blähungen, riechende Gase, häufig auch Durchfall.

Auf Phosphor achten

Wenn bei alten Hunden die Nierenfunktion nachlässt, wird auch Phosphor vermindert über die Nieren ausgeschieden, sodass es zu einem Phosphorüberschuss im Blut kommen kann. Die Mineralstoffe Phosphor und Kalzium sind auf das Engste miteinander verknüpft. Der Körper ist immer bemüht, diese Mineralstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis zu halten. Auf einen erhöhten Phosphorgehalt im Blut reagiert er deshalb mit dem Ausbau von Kalzium aus dem Skelett, die Knochen werden entmineralisiert und instabil. Gleichzeitig lagert der Hundekörper Verbindungen aus Kalzium und Phosphor in Weichteilgewebe und Blutgefäßen ein, weil das Blut damit übersättigt ist. Arterienverkalkung, Durchblutungsstörungen und Nierenverkalkung sind die Folge, was die Nierenfunktion weiter verschlechtert. Mit hochwertigem Seniorenfutter wird dies berücksichtigt, es enthält moderate Mengen an Phosphor. Leidet der Hund bereits unter einer Schwäche der Nieren, sollte der Phosphor weiter reduziert werden. Es empfiehlt sich eine therapeutische Nierendiät. Sprechen Sie Ihren Tierarzt an.

Anti-Aging-Programm

Hochwertige Futter für ältere Hunde enthalten fast alle L-Carnitin und Antioxidantien wie die Vitamine C und E. Diese Stoffe stärken die Immunabwehr und fangen die aggressiven freien Radikale ab, die von Alternsforschern als eine Ursache für den Alterungsprozess ausgemacht werden. Vitamin E kommt in Maiskeimöl oder Sonnenblumenöl vor. Auch mit anderen wasserlöslichen Vitaminen wie den B-Vitaminen sollte im Seniorenfutter nicht gespart werden. Da bei geriatrischen Hunden die Nieren oft durchlässiger für wasserlösliche Vitamine werden, sollten sie in doppelter Erwachsenendosis gegeben werden. Vorsicht bei dem fettlöslichen Vitamin A: Hunde, die Leber lieben oder übermäßig Vitaminpaste oder Lebertran schlabbern, können sogar überversorgt werden. Vitamin A reichert sich im Lauf der Zeit im Fettgewebe an und kann auf lange Sicht die Leber belasten. Leidet der Senior unter trockenem Fell, Haarausfall, Juckreiz und vermehrten Hautinfektionen, kann die Zufuhr von essenziellen Fettsäuren, vor allem den Omega-3-Fettsäuren helfen. Diese sind in Leinöl und Fischöl enthalten.

Übergewicht

Wer sich weniger bewegt, muss Kalorien zählen, denn ein Überschuss an Energie wird vom Körper in Fettgewebe umgewandelt. Das sieht nicht nur unschön aus, zu viel Fett ist auch ungesund. Dicke Hunde haben ein höheres Risiko für Diabetes mellitus und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Pfundskerle werden kurzatmig und leiden unter chronischen Schmerzen in den überlasteten Gelenken. Ihr Übergewicht beeinträchtigt auch die Funktion des Immunsystems. Es erhöht das Narkoserisiko bei eventuell notwendigen Operationen und das Risiko für Haut- und Tumorerkrankungen. Neuere Untersuchungen zeigen: Weißes Fettgewebe ist nicht nur lästig, es ist sogar hormonell aktiv. Von den Fettzellen werden Hormone ausgeschüttet, die in den Stoffwechsel eingreifen und unter Verdacht stehen, Gelenkentzündungen und Diabetes mellitus hervorzurufen. Wissenschaftlich belegt ist, dass Übergewicht die Lebenserwartung eines Hundes um etwa zwanzig Prozent verringert. Auch wenn es noch so schwerfällt, den treuen Augen zu widerstehen: Leberwurstbrote sind tabu, Leckerlis für zwischendurch müssen von der Tagesmahlzeit abgezogen werden. Kontrollieren Sie das Gewicht Ihres Begleiters regelmäßig auf der Waage, damit erst gar keine Rettungsringe um die Hüften entstehen. Besonders kastrierte Hündinnen neigen zur Gewichtszunahme. Man glaubt es kaum, aber Östrogene haben eine hemmende Wirkung auf den Appetit. Fehlen diese, fressen die Hündinnen hemmungslos. Diätfutter zeichnet sich durch einen reduzierten Fettgehalt aus, da in einem Gramm Fett rund doppelt so viele Kalorien stecken wie in Kohlenhydraten oder Proteinen.

Schonkost

Ist die Verdauung des Hundes durcheinandergeraten, kann man ihm mit einer gut verdaulichen Schonkost aus Reis, Hühnerfleisch (beides gekocht) und Magerquark oder Hüttenkäse auf die Beine helfen.

PFLEGE

Zwar wird aus einem scheckheftgepflegten Hundesenior kein Jungspund mehr, gute Pflege und Fürsorge mit einem geübten Blick tragen jedoch dazu bei, dass Schmerzen und Krankheiten beim eigenen Tier gar nicht erst entstehen müssen.

Die Pflege des reifen Fells

Cremes für die reife Haut ab acht sind bei Fellträgern überflüssig. Denn das Haarkleid legt sich vornehm über Falten und Co. Doch auch das Fell ist längst nicht mehr so samtweich, dicht und glänzend wie in der Jugend. Durch hormonelle Veränderungen oder auch Störungen kann sich die Farbe verändern, das Fell wird eventuell schütter oder es kommt zu Haarausfall. Die Talgproduktion verändert sich im Alter und bewirkt je nach Hundetyp, dass Haut und Haar trocken oder fettig werden. Bei trockener Haut sollten Hundehalter darauf verzichten, ihren Liebling in Schaumbäder zu stecken, oder ihn in Ausnahmen nur mit rückfettenden Hundeshampoos pflegen. Regelmäßiges Bürsten des Fells fördert die Durchblutung und hilft, Verfilzungen und abgestorbene Hautschuppen zu entfernen. Außerdem ist die sanfte Massage Balsam für die Seniorenseele. Achten Sie bei der Fellpflege auf Hautveränderungen, die sich häufig im Alter einstellen. Warzen oder Grützbeutel sind meist harmlos, außer sie bilden sich an sensiblen Stellen wie zum Beispiel am Augenlid. Bevorzugt an den Ellenbogen entstehen Liegeschwielen, die durch regelmäßiges Auftragen einer Fettcreme weich gehalten werden sollten.

Wellnesstipp: B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren im Futter wirken sich besonders günstig auf den Hautstoffwechsel aus.

Von wegen zahnloser Opa

Zahnstein, entzündetes Zahnfleisch, abgebrochene oder lockere Zähne, viele ältere Tiere leiden unter permanenten Schmerzen im Mund. Kleinere Rassen wie Yorkis oder Pudel neigen zu Zahnstein. Dieser entsteht aus Zahnbelag, einem Gemisch aus Essensresten und Bakterien, das nach Mahlzeiten an den Zähnen hängenbleibt. Mit der Zeit lagern sich dort Mineralien ein und zementartiger Zahnstein entsteht. Er stinkt furchtbar, verursacht schmerzhafte Entzündungen und kann durchaus gefährlich werden, denn Bakterien können aus der Maulhöhle in die Blutbahn gelangen und Herz- oder Nierenprobleme verursachen. Anzeichen für Zahnerkrankungen sind Mundgeruch, Kauunlust, Futterverweigerung, Speichelfluss, Verfärbung der Zähne, gerötetes Zahnfleisch, wackelige oder abgebrochene Zähne.

Wellnesstipp: Auch Hunden hilft tägliches Zähneputzen. Mit einem Tuch oder einer Hundezahnbürste und spezieller Hundezahnpasta geht das bei den meisten recht gut. Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt und bei Bedarf eine Zahnsanierung in Narkose helfen, Schmerzen zu vermeiden. „Manche alte Hunde erleben nach einer Zahnbehandlung ihre zweite Jugend“, weiß Geriatrieexpertin Thekla Großbröhmer. Auch Kauknochen oder andere Zahnpflegemittel zum Kauen können sinnvoll sein.

Nagelstudio

Wenn Gassigänge im Alter kürzer werden, nutzen sich auch die Krallen weniger ab als früher. Das Krallenhorn wird brüchiger, es kommt leichter zu Krallenverletzungen und schmerzhaften Entzündungen.

Wellnesstipp: Die tägliche Kontrolle der Pfotennägel ist sinnvoll. Wenn die Krallen im Stand den Boden berühren, sind sie zu lang. Die Maniküre der Krallen kann mit dem richtigen Werkzeug auch vom Hundehalter durchgeführt werden. Lassen Sie sich das Krallenschneiden vom Tierarzt zeigen. Spezielle Krallenzangen verhindern, dass die Krallen gequetscht werden.

Wenn er riecht

Bei einigen Vierbeinern verstärkt sich im Alter der Eigengeruch. Dagegen helfen weder häufiges Baden noch eine Änderung der Ernährung. „Verstärkter Körpergeruch kann auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein“, sagt Seniorenexpertin Thekla Großbröhmer. Hunde riechen bei chronischer Nierenschwäche, einer Ohrenentzündung oder bei Hauterkrankungen unangenehm.

Vorsorge: Bei Gerüchen auf weitere Symptome wie Kopfschütteln, Porutschen oder Ausfluss achten. Unbedingt Zähne, Ohren, Haut und Analdrüsen kontrollieren.

GESUNDHEIT

Viele Tierärzte haben sich auf eine Hundegesellschaft eingestellt, die immer älter wird. Sie bieten Vorsorgeuntersuchungen an, die helfen, grauen Schnauzen einen würdigen Alltag zu schenken. Über häufige Alterserkrankungen und ihre Therapien.

Schlechte Sicht

Fast jeder ältere Hund entwickelt Trübungen auf der Linse. Anfangs bilden sich blaugrüne Lichtreflexe auf den treuen Hundeaugen. Es sind normale Altersreflexe, die den Hund nicht oder nur kaum beeinträchtigen. Entwickelt sich ein Grauer Star, wird die Linse blickdicht. Dieses Leiden kann genetisch bedingt sein oder als Folge anderer Krankheiten entstehen. Hunde, die unter Diabetes mellitus leiden, können binnen Tagen einen Grauen Star entwickeln.

Therapie: Die einzige Möglichkeit ist eine komplette Entfernung der Linse. Augenspezialisten können bei Hunden mittlerweile Kunstlinsen einsetzen (DOGS berichtete darüber in Heft 4/2018). Beim jährlichen tierärztlichen Alterscheck sollte auch die Untersuchung der Augen auf dem Programm stehen, denn außer einer Linsentrübung können im Alter Veränderungen der Netzhaut vorkommen. Übrigens: Blinde Hunde kommen in ihrer gewohnten Umgebung und mit kleinen Hilfestellungen auch ohne ihr Augenlicht gut zurecht.

Schwerhörigkeit

Taubheit ist unter betagten Hunden weit verbreitet und sollte nicht mit selektivem Hören verwechselt werden. Taube Hunde erschrecken leichter, bemerken beispielsweise Artgenossen, die sich von hinten nähern, erst spät. Auch chronische Ohrentzündungen beeinträchtigen das Hörvermögen und sollten schon wegen der quälenden Schmerzen, die sie verursachen, vom Tierarzt behandelt werden. Häufig kann eine langsame Verschlechterung des Hörvermögens nicht rückgängig gemacht werden. „Halter sollten ihren Hund an Handzeichen gewöhnen, die sie mit Kommandos verbinden“, rät die Tierärztin Thekla Großbröhmer. Unterwegs kann es sinnvoll sein, den schwerhörigen Hund an die Flexileine zu nehmen.

Senile Demenz

Die sogenannte Kognitive Dysfunktion beim Hund zeigt viele Parallelen zur Alzheimer-Demenz beim Menschen. Senile Hundesenioren verhalten sich merkwürdig, sind unruhig, verlieren die Orientierung, wirken vergesslich. Manche verlieren sogar ihre erlernte Stubenreinheit. „Bei Verhaltensveränderungen ist es wichtig, zunächst andere Ursachen auszuschließen“, weiß Thekla Großbröhmer. Zum Beispiel kann auch eine fortschreitende Nieren- oder Leberschwäche ähnliche Symptome hervorrufen. Hat der Tierarzt eine Demenzerkrankung festgestellt, ist es wichtig, dem Hund geistige Anregungen zu bieten: Häufige kurze Spaziergänge, tägliche Fellpflege, die Fütterung in zwei oder drei Portionen über den Tag verteilt können schon Abwechslungen sein und ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Helfen kann auch eine Erhöhung an Vitamin E in Futter oder Medikamenten, die eine Bildung von freien Radikalen unterdrücken.

Arthrose

Kommt es zu Verschleißerscheinungen in den Gelenken, sind meist mehrere Gelenke betroffen, was starke Schmerzen verursacht. Doch weil die Hunde nicht eindeutig lahmen, werden Arthrosen vom Besitzer häufig übersehen. Erkrankten Senioren fällt es schwer, aus dem Körbchen zu steigen. Nach dem Aufstehen sind sie unbeweglich und steif, was im Tagesverlauf verschwindet. Verweigert Bello den Sprung in das Auto oder den Treppenaufstieg, kann das ein erstes Zeichen für einen Gelenkverschleiß sein.

Therapie: Übergewichtige Hunde sollten abnehmen, um die Gelenke zu entlasten. Die Hundepatienten sollten nach Absprache mit dem Veterinär kontrolliert bewegt werden. Medikamente wirken oft schmerzlindernd und entzündungshemmend, haben jedoch manchmal Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt. Physiotherapie kann ebenfalls helfen. Schwimmen in warmem Wasser wirkt sich positiv aus. In vielen Futtersorten für Hundesenioren sind Zusatzstoffe wie Chondroitinsulfat oder Glucosaminhydrochlorid enthalten, sie sollen den Gelenkknorpel schützen. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend. In schweren Fällen muss über eine Operation nachgedacht werden.

Kranke Nieren

Die Nieren verlieren im Alter etwa zehn Prozent ihres Gewichts, abgestorbene Zellen werden nicht mehr ersetzt. Dadurch reduziert sich laufend die Menge an funktionsfähigem Nierengewebe. Aufgabe des Ausscheidungsduos ist es, das Blut zu filtern und Giftstoffe auszuleiten. Nebenbei regulieren sie noch Bellos Wasserhaushalt. Nehmen die Nieren ihre lebenslange Aufgabe nicht mehr wahr, hat das fatale Folgen für den Körper: Der Gehalt von harnpflichtigen Stoffen im Blut, etwa Harnstoff, steigt an und bewirkt eine langsame innere Vergiftung des Hundes. Kranke Nieren scheiden auch vermehrt Wasser aus, die Hunde trinken auffallend viel. Harnstoff kann Geschwüre in Magen oder Mund verursachen. Symptome wie Schlappheit, Erbrechen, Koordinationsstörungen und Anfälle bis hin zum Koma können auftreten. Nierenversagen zählt zu den häufigsten Todesursachen älterer Hunde.

Therapie: Helfen kann man Patienten von Nierenerkrankungen mit einer vom Tierarzt verschriebenen nierenschonenden Diät, die wenig Protein enthält und die Ausscheidungsarbeit der Nieren verringert.

Harninkontinenz

Das Harnträufeln ist besonders bei kastrierten großen Hündinnen eine häufige Alterserscheinung, fast ein Drittel kennt dieses Problem. Inkontinenz kann viele Ursachen haben, zum Beispiel können hormonelle Veränderungen im Alter eine Schwäche des Blasenschließmuskels bewirken. Auch geistige Senilität bewirkt, dass Bello „ausläuft“. Wenn die Trinkmenge des Hundes eher der eines Ponys entspricht, kann der Urin über Nacht nicht mehr gehalten werden. Ursache für häufiges Trinken ist meist Nierenschwäche oder Diabetes mellitus.

Therapie: Um dem Besitzer zu helfen, muss der Arzt eine genaue Ursachenforschung betreiben. Nur die richtige Therapie kann wirken: Inkontinenten können Hormone oder Medikamente helfen, die die Spannkraft des Blasenschließmuskels stärken. Der Wasserkonsum darf bei angeschlagenen Nieren aber nicht reduziert werden. Da bleibt nur, Gassigänge auf nachts auszuweiten oder den See im Haus in Kauf zu nehmen.

Herz-Kreislauf-Leiden

Wie bei Zweibeinern steigt auch bei Vierbeinern mit dem Alter die Anfälligkeit für Herzerkrankungen. Rassen wie Cavalier King Charles Spaniel und Dobermann sind besonders betroffen. Von tödlichen Herzinfarkten bleiben Hunde verschont, sie leiden eher an Herzklappenveränderungen, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder an Bluthochdruck. Oft entstehen Herzleiden infolge anderer Krankheiten wie Nieren- oder Leberschwäche. Einige Veterinärmediziner haben schlechte Zähne als Ursache für Herzklappenveränderungen ausgemacht. Sie haben festgestellt, dass Bakterien über das Blut aus der Mundhöhle in das Herz gelangen und an den Herzklappen hängenbleiben, wo sie zu Entzündungen fuhren. Bei einer Herzinsuffizienz kann die Pumpe nicht mehr genügend Blut in den Kreislauf drücken, Schlagkraft und Schlagvolumen nehmen ab. Symptome sind, je nachdem ob die linke oder rechte Herzhälfte betroffen ist, Keuchen oder Husten bei Belastung oder Wasseransammlung in Beinen oder Bauchhöhle. Nach Stress, Anstrengung oder Fressen von stark salzigen Happen kann sich eine Herzinsuffizienz schlagartig verschlechtern.

Therapie: Es gibt Medikamente, die bei Herz-Kreislauf-Störungen helfen. Wichtig: Herzpatienten müssen auf ihre schlanke Linie achten. Vermeiden Sie Aufregung. Bewegung ist wichtig, jedoch sollte der tägliche Spaziergang dem betagten Hund angepasst werden. Überfordern Sie ihn nicht. Alles Salzige ist tabu. Die meisten Herzpatienten haben bei guter Pflege eine annähernd normale Lebenserwartung. Spezielle Herzdiäten unterstützen durch besondere Zusammensetzung an Nährstoffen das Wohlbefinden des Hundes.

Beitrag verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zum Seitenanfang

Mehr Lust auf DOGS?

News, Wissen, Gewinne – jetzt im Newsletter für Hundefreunde

  • Aktuelle Hunde-News
  • DOGS Video-Wissen
  • Tolle Gewinnspiele

Hier direkt kostenlos anmelden:

Sie verwenden einen sehr alten Browser. Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser. X