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Jetzt in der neuen DOGS Ein Zuhause für Senioren

Sarah Heider

Über 30 Hunde, 15 Katzen und mehr als 300 Vögel haben im Altenheim für Tiere in Berlin ein letztes Zuhause. DOGS sprach mit dem Gründer Dirk Bufé.

Herr Bufé, wie kamen Sie auf die Idee, ein Altersheim für Hunde zu gründen?
Schon als Kind habe ich Tiere gehabt, das war immer meine Welt. Später habe ich ehrenamtlich im Tierheim Berlin gearbeitet, wo ich das Elend der alten Tiere gesehen habe. Die Hunde haben da in Zwingern gelebt, und gerade die alten hatten keine Chance, weil sie viel Geld kosten. Dazu kommt der Herzschmerz, wenn das Tier wahrscheinlich in naher Zukunft stirbt. Die alten Hunde verkümmern in den Heimen, das ist für sie wie eine Strafe. Das Tierheim bedeutet für die alten Vierbeiner puren Stress. Die anderen Hunde sind laut, es kommen täglich viele Besucher. Dabei brauchen die Senioren ihre Ruhe und ein Zuhause, wo sie mit ihrer Familie zusammenleben und gemütlich auf dem Sofa liegen können. Also haben mein Partner Hartmut Benter und ich den Entschluss gefasst, uns um diese Tiere zu kümmern. Wir wollten den Alten einen schönen Lebensabend bescheren und haben uns nach einem geeigneten Grundstück umgesehen. Schließlich fand eine Kollegin ein Grundstück, das zu verkaufen war. Wir nahmen einen Kredit auf und fingen 2006 langsam an, das Haus eigenständig umzubauen. Wir hatten ja kein Geld.

Warum landen so viele Hunde im Tierheim?
Leider ist es so, dass die Tiere den Haltern oft zu teuer werden. Alte Tiere kosten eben viel Geld, vor allem wegen der hohen Tierarztrechnung. Manchmal kommen die Tiere auch zu uns, weil die Halter verstorben sind. Bei anderen Haltern ändern sich die Lebensumstände: eine neue Wohnung, ein Jobwechsel oder ein Baby. Gerade alte Tiere brauchen viel Ruhe, Liebe und eine feste Routine, das kann dann oft nicht mehr gewährleistet werden. Gerade bei einem Umzug von einer Erdgeschoss- in eine Etagenwohnung ist es wegen der vielen Treppen für einen alten Hund sehr beschwerlich.

Wie schaffen Sie es, jedem der über dreißig Hunde so viel Aufmerksamkeit zu geben, wie er braucht?
Die Hunde sind ja alle verschieden und brauchen auch unterschiedlich viel Aufmerksamkeit. Wir haben Straßenhunde, die sich gar nicht anfassen lassen. Die wollen ihr Futter und sind damit zufrieden. Andere brauchen mehr Liebe, aber die wird dann auch eingefordert. Die kommen dann mit aufs Sofa zum Kuscheln.

Haben Sie Tipps im Umgang mit alten Hunden?

Alte Hunde sollten auf jeden Fall nicht mehr so viel Sport machen. Viele Hundehalter machen den Fehler, das Bewegungspensum aufrechtzuerhalten, obwohl ihr Hund das nicht mehr leisten kann. Die Hunde bauen mit der Zeit ab, da sollte man darauf achten, ihn nicht zu überfordern. Außerdem sollte man auf altersgerechtes Futter achten. Innereien etwa lassen wir lieber weg, weil der Magen das oft nicht mehr verkraftet. Menschen essen im Alter ja auch nicht mehr das fettige Fast Food. Generell sollte man sein Tier gut beobachten und abschätzen, was es noch machen kann und will. Wir hatten einmal einen neunzehnjährigen Schäferhund, der immer draußen war. Als wir ihn wegen minus zwanzig Grad Außentemperatur reinholen wollten, ist er uns durchgedreht. Also haben wir ihm eine Hundehütte gebaut und einen Heizstrahler danebengestellt.

Was kostet die Versorgung eines alten Hundes im Monat?

Das kommt immer darauf an, wie groß der Hund ist und was er für Medikamente braucht. Wir haben im Moment eine junge, gesunde Dogge, die im Monat etwa 200 Euro kostet. Wenn sie älter wäre und Medikamente bräuchte, würden die Kosten mal schnell auf 350 Euro ansteigen. Die Verpflegung von kleineren Hunden ist günstiger, weil sie weniger Futter und Medikamente brauchen, die ja auch nach Größe verabreicht werden. Für einen Yorkshire Terrier geben wir etwa 150 Euro im Monat aus. Für alle Tiere haben wir im Monat Ausgaben in Höhe von 8000 Euro.

Das ist eine ganze Menge. Wie finanzieren Sie das?

Wir haben eine Stiftung, die uns mit Medikamenten und Futter unterstützt. Aber natürlich sind wir auch auf Geldspenden angewiesen. Wir haben 510 Mitglieder, die einen monatlichen Beitrag von 20 Euro zahlen, und dazu noch etwa 600 Spender, ohne die es nicht ginge. Das ganze Geld geht auch zu hundert Prozent an die Hunde. Was wir hier machen, macht sonst keiner. Das ist ein riesiger finanzieller Aufwand. Ich arbeite ja auch nur Teilzeit mit 25 Stunden, in Geld schwimme ich auch nicht, aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

 

Mehr über das Berliner Altersheim für Hunde und die Möglichkeit zu spenden lesen Sie in der neuen DOGS!
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